Dreierpack: James-Kevin Nahr narrt Nordhausen

Fussball VFC Plauen besiegt den FSV Wacker Nordhausen mit 4:2

Plauen. 

Plauen. Der VFC Plauen hat den FSV Wacker Nordhausen in einem kurzweiligen Oberligaspiel mit 4:2 (1:1) bezwungen. Damit bleiben die Fußballer aus Thüringen Letzter. Die Vogtländer kletterten mit einem Spiel Rückstand auf Rang fünf.

 

Hat der VFC die Gäste unterschätzt?

Wacker präsentierte sich von den beiden Auftaktniederlagen unbeeindruckt. Rotzfrech ging's nach vorn. Robert Knoop (7.) scheiterte noch. Dann aber zirkelte Fabian Sixt einen 40-Meter-Freistoßflugball hinter die Plauener Abwehrstaffel, die in dieser Szene alt aussah. Simran Dhaliwal (14.) durfte vollkommen frei einschieben. Die Nordhäuser Gesänge der 50 Gästefans hallten durchs Vogtlandstadion. Hatten die Spitzenstädter den Insolvenzverein unterschätzt? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall folgte mit dem Plauener Erwachen der Bumerang. Von nun an musste der Regionalliga-Rückzieher den Rückwärtsgang einlegen. Das Angriffsgewitter des VFC brachte im Ergebnis 13:1 Ecken und acht Torchancen. Den 1:1-Ausgleich markierte James-Kevin Nahr (25.) aus Nahdistanz, nachdem Philipp Dartsch einen Diagonalfreistoß von Kevin Walther am langen Pfosten schulmäßig nach innen köpfte.

 

Eckball Nummer 16: Dartsch trifft per Kopf

 

Seitenwechsel, Ballgeplänkel, Turbozündung. Jetzt narrte James-Kevin Nahr mit einem Doppelschlag die Gäste. Zuerst lief der 20-jährige Sausebraus auf und davon und traf zum 2:1 (47.). Zwei Zeigerumdrehungen später köpfte der Plauener Stürmer eine Flanke von Kevin Walther zum 3:1 in die Nordhäuser Maschen (49.). "Danach haben wir leider wieder das Fußballspielen eingestellt", ärgerte sich VFC-Cheftrainer Falk Schindler. Die junge Wacker-Elf übernahm wie schon zu Beginn des Spiels das Zepter und erarbeitete sich vier Großchancen. "Wir haben leider klare Dinger liegen lassen, sonst wäre vielleicht mehr drin gewesen", mutmaßte FSV-Coach Philipp Seeland. Der Nordhäuser Frontmann stellte aber umgehend klar: "Selbst wenn wir noch einmal absteigen müssen. Diese Jungs, diese Mannschaft, das ist unsere Zukunft." Dass in seinem Perspektivteam viel Potenzial schlummert, mussten dann auch die 461 Zuschauer anerkennen. Moritz Penzler (73.) beurkundete das, was sich lange angedeutet hatte. "Wir können heilfroh sein, dass wir nach diesem 3:2-Anschlusstreffer ganz schnell zurückschlagen konnten", freute sich Kopfballtorschütze Philipp Dartsch (76.), der den 16. Eckball von Kevin Walther zum 4:2-Endstand einnetzte.

 

VFC-Trainer warnt vor Träumereien

 

Trotz der Niederlage richtete Gäste-Trainer Philipp Seeland sein Team noch in der Kabine auf: "Das war eine starke Leistung. Wir sind auf einem guten Weg!" VFC-Trainer Falk Schindler warnte: "Wir haben die ersten zwei Spiele knapp gegen zwei Mannschaften gewonnen, die im unteren Tabellendrittel erwartet werden. Wer denkt, wir sind ein Spitzenteam und obenauf, dem muss ich schon aufgrund unseres kleinen Kaders widersprechen." Rundum glücklich lächelte derweil Dreifachschütze James Kevin Nahr in die Kamera: "Das ist für mich heute der erfolgreichste Tag bisher", erkannte der noch am Anfang seiner Laufbahn stehende Stürmer. Wie VFC-Trainer Falk Schindler auf Nachfrage mitteilte, steht Samba Fatajo den Plauenern nicht mehr zur Verfügung. "Der Verein hat ihm ein geringfügiges Angebot gemacht, was Samba abgelehnt hat. Ich bedaure seinen Abgang."

Statistik

VFC Plauen: Cap - Walther, Albert/V, Dartsch, Albustin - Andreopoulos/V, Grandner (56. T. Fischer) - Nyber (80. N. Fischer), Limmer (49. Bach), Sovago (49. Böttcher) - Nahr/V (80. Schmidt)

Nordhausen: Henning - Vopel/V, Dhaliwal, Ortlepp, Franz - K. Schneider, Stix (60. König) - Knoop, Litzenberg (75. Ostmann), Pietsch/V - G. Schneider (60. Penzler)

Schiedsrichter: Frank Hildebrandt (Nebra/Unsteut)

Torfolge: 0:1 Dhaliwal (14.), 1:1, 2:1, 3:1 Nahr (24./47./50.), 3:2 Penzler (73.), 4:2 Dartsch (76.)

Zuschauer: 461