Dreiste Teppichreiniger prellen Rentnerin

Abzocke Verbraucherschützer warnen vor unangemeldeten Besuch

dreiste-teppichreiniger-prellen-rentnerin
Heike Teubner, Ines Dörfler, Anna Mönig und Sabine Kraus (v.li.) haben viele Verbrauer vor Schaden bewahrt. Foto: Thomas Voigt

Auerbach. Kurz vor dem Jahreswechsel zog Verbraucherschützerin Heike Teubner von der Auerbacher Beratungsstelle Bilanz. Der Beratungsbedarf sei auch in diesem Jahr immens gewesen. In den zurückliegenden Monaten habe es über 13.500 Verbraucher-Kontakte gegeben. Laut der Beratungsstellen-Leiterin sind 150 Vorträge zu verschiedenen Themen angeboten worden. Die Machenschaften der Betrüger im Vogtland liefen auch im Fernsehen. "Die Kamera-Teams waren öfters bei uns", blickte Teubner zurück. Vor allem ältere Semester sind oft Opfer von dubiosen Geschäftsleuten.

Bei unangekündigten Besuchen von Firmen wird Vorsicht geraten

So fiel eine Ellefelder Rentnerin auf einen Teppich- und Polsterreinigungs-Trupp herein. Nach einem von ihr getätigten Anruf wegen eines Angebotes standen die Service-Leute von der Reinigung unangekündigt vor ihrer Tür. Die Betroffene wird regelrecht überrumpelt. Das dreiköpfige Team legte sofort los. Nach einer halben Stunde war alles erledigt und 800 Euro in bar fällig. Anschließend fuhr die Rentnerin mit den Männern zum Abheben des Geldes zur Bank. Kurze Zeit später wurde sie ohne Rechnung stehen gelassen. Mindesten zehn dieser Fälle sind der Verbraucherzentrale bekannt. Die Firma ist inzwischen untergetaucht und somit stehen die Chancen, Geld zurückzubekommen bei null. Teubner spricht von Abzocke und rät zur Vorsicht. "Wenn unangekündigt Mitarbeiter einer Firma vor der Tür stehen, macht man sie am besten schnell wieder zu." Ist es dafür schon zu spät, sollte man auf jeden Fall eine Rechnung anfordern. Empfohlen wird ein Zahlungsziel von einer Woche.

Für viel Unruhe sorgten auch zweifelhafte Nachforderungen des Energielieferanten Care Energy. Kunden wurden vom Insolvenzverwalter zu solchen Zahlungen aufgefordert. Auch hier raten die Verbraucherschützer, keine Zahlungen zu leisten. Stattdessen sollte man auf einen lückenlosen Nachweis angeblicher Forderungen bestehen und diese mit den eigenen Unterlagen abgleichen.