Droht eine Schließung der Berufsschule?

Ausbildung Falkensteiner Friseurmeister setzt sich für Erhalt des Bildungsstandorts ein

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Michael Lienemann bereitet Irina Fischer auf ihre Meisterprüfung vor.Foto: Thomas Voigt

Falkenstein. Handwerksmeister, Gastronomen und Politiker schlagen Alarm. Sie befürchten, dass der Berufsschulstandort Falkenstein in Gefahr ist. Hintergrund sind Forderungen des sächsischen Kultusministeriums. Es geht um eine neue Konzeption für Berufsschulen. Sie könnte dazu führen, dass der ländliche Raum weiter abgespeckt wird. Der Falkensteiner Friseurmeister Michael Lienemann bezieht in der Sache klar Position. "Es gehört dazu, dass es solche Schulen vor Ort gibt."

Eine Schließung würde zu einer weiteren Abwanderung von jungen Leuten in die Ballungszentren großer Städte führen. Dagegen sollten die Entscheidungsträger seiner Meinung nach etwas tun. "Es geht darum, ob wir es wollen oder nicht."

Wenig attraktive Berufe

Aufgrund der vergleichsweisen niedrigen Einkommen und der flexiblen Arbeitszeiten seien das Friseurhandwerk und die Gastronomie für den Berufsnachwuchs ohnehin nicht sonderlich attraktiv. Deshalb sei der Erhalt der Ausbildungsstätte in Falkenstein von immenser Bedeutung. Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre müsse endlich gestoppt werden.

Mehrarbeit muss sich wieder lohnen

Lienemann betreibt in Falkenstein selbst einen Friseurgeschäft. Den Familienbetrieb gibt es seit 85 Jahren. "Wir können mitreden, was generationenübergreifendes Handwerk bedeutet." Den Friseurnachwuchs für das eigene Geschäft habe man immer selbst ausgebildet. Insgesamt seien die Belastungen für das Unternehmen jedoch immer höher geworden. Gemessen am Aufwand bleibe unterm Strich nicht viel übrig.

"Mehrarbeit muss sich wieder lohnen", fordert der 60-Jährige. Jetzt müsse man sich bei den Verantwortlichen der Landesregierung mit Nachdruck Gehör verschaffen. Es sei an der Zeit Strategien zu entwickeln, die den ländlichen Raum in Sachen Bildung und Infrastruktur zukunftsfähig machen.