Ehemaliger Offiziersblock vor Rettung?

DDR-ReliktWohnungsunternehmen spricht von potenziellem Investor - Mieter wollen endlich Klarheit

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René Stille (links) und Reiner Wild wollen endlich Klarheit über die Zukunft ihres Wohnblocks. Foto Thomas Voigt

Gutenfürst. Die Mieter des Wohnblocks Am Pöhl haben seit Monaten ein mulmiges Gefühl im Bauch. Bis heute wissen sie nicht, was mit ihrem Wohnraum geschieht.

Zu den ersten Mietern, die hier 1983 einzogen, gehört Reiner Wild. "Uns wurde mitgeteilt, dass die Kläranlage Ende des Jahres stillgelegt wird." Es wäre das Aus für den ehemaligen Offiziersblock der DDR-Grenztruppen. Er wurde in der Nähe des Bahnhofs zur Grenze nach Bayern gebaut. Dort rollten einst die Züger mit ausreisewilligen DDR-Bürgern durch, die 1989 in der Prager Botschaft Zuflucht fanden. Aufgrund der andauernden Unsicherheit sind bereits mehr als die Hälfte der Wohnungen leer gezogen.

Ideal für junge Familien

Doch nun gibt es offenbar Hoffnung. Laut Peter Forbrig hat ein Investor interesse angemeldet. Die Angelegenheit sei schon in notariellen Händen. Mehr wollte der Aufsichtsrats-Vorsitzende der Wohnungsbaugesellschaft mbH Plauen Land zum laufenden Verfahren nicht sagen. Dennoch fordert Wild von den Verantwortlichen endgültige Klarheit. "Die sollen endlich die Katze aus dem Sack lassen." Zu lange hätte man die Betroffenen in der Luft hängen lassen.

Der Gutenfürster ist sich sicher: "Wenn es weitergeht, wollen hier wieder Mieter einziehen." Die Wohnungen seien in einem guten Zustand. Sie wurden 1998 saniert. Mieter wie René Stille - er zog 2008 in den Block - fühlen sich hier wohl. "Das Umfeld passt." Wo früher der Flachbau fürs Personal des Grenz-Sicherheitszuges stand, befindet sich heute ein großzügiger Spielplatz. Rings herum grünt es. "Für junge Familien eigentlich ideal."