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Eierbecher, Brokat und Kinderplattenspieler

Raritäten Museum erinnert an den Alltag in der DDR ohne die Zeit zu verklären

Mühltroff. 

Mühltroff. Echte Raritäten gehören zum Inventar des DDR-Museums in Mühltroff. Dabei ist es dem Förderverein DDR-Museum wichtig, den Alltag in der DDR zu verdeutlichen, so wie ihn die Menschen dazumal erlebten. Eine Verklärung der DDR-Zeit liegt den Initiatoren dabei fern.

Fredo Unger und Uwe Unger aus Mühltroff begannen schon vor Jahren, Gegenstände aus der DDR, so wie man sie kannte und gebrauchte, zu sammeln. Zu einer Zeit, als die Menschen so manche Dinge wegwarfen, weil es nach der Grenzöffnung plötzlich ein ganz neues, großes und buntes Angebot gab. Es sind heute fast 10.000 Exponate, welche das DDR-Museum in Mühltroff am Markt beherbergt. In vielen thematisch geordneten Räumen und auf zwei Etagen. "Ich habe Statistik geführt, habe jeden einzelnen Gegenstand gezählt", berichtet Uwe Unger, der Vorsitzende vom Förderverein DDR-Museum.

Neue Fundstücke kommen immer dazu

Allein knapp 2600 Bücher und Zeitschriften gehören dazu. Weihnachtsdeko, Kaffeemaschine, Brotschneider, Eierbecher und Kamera. Dann zeigt er eine neue Errungenschaft. "Das ist ein Papierkleid", zeigt Unger auf die Bekleidung einer lebensecht großen Frauenfigur. "Das besteht aus Vliesstoff, den konnte man ein bis zweimal waschen. Das gab es Ende der 60-er Jahre und immer in kunterbunt." Lange habe man als Verein danach gesucht. "Eine Frau hatte es dann im Internet gelesen. Voriges Jahr war das." Es war eine Plauenerin, die das seltene Kleid brachte. Noch länger, zehn Jahre haben die Vereinsmitglieder nach einem Kinderplattenspieler gesucht, den es in der DDR Anfang der 70-er Jahre gab. Auch diese Suche konnte Uwe Unger erfolgreich abschließen.

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