Ein Ausdruck von Sehnsucht und Leid

21. FolkHerbst Dona Rosa und ihr Ensemble im Malzhaus Plauen zu Gast

Plauen. Beim 8. Wertungskonzert des FolkHerbst am 10. November, 21 Uhr im Malzhaus Plauen ist Dona Rosa zu Gast.

Auch heute gibt es noch Märchen wie aus 1001 Nacht - dies ist die wunderbare Geschichte der blinden Fadosängerin Dona Rosa. Als Institution des Lissaboner Stadtbildes ist sie vielen Touristen aus aller Welt bekannt und so entdeckte sie André Heller 1999 für seine TV Produktion "Stimmen Gottes", die in Marrakesch aufgezeichnet wurde. Dort wurde sie zum heimlichen Star der Produktion. Geboren wurde Rosa Martins am 1. Februar 1957, ein gesundes Mädchen, das jedoch mit vier Jahren an einer schweren Meningitis erkrankte und dadurch das Augenlicht verlor. Sie stammt aus einer vielköpfigen Familie, die sich ihren Lebensunterhalt durch Betteln verdiente und für die es nicht leicht war, die Tatsache hinzunehmen, dass ihre Tochter blind bleiben sollte. Es wurde ihr aber, soweit dies die vorhandenen Einrichtungen erlaubten, eine gewisse Ausbildung ermöglicht. Sie lernte Lesen und Schreiben, man brachte ihr bei, einfache manuelle Arbeiten zu verrichten ...und nicht zuletzt lernte sie die traditionellen Lieder Portugals kennen. So wuchs in den Straßen Lissabons eine Sängerin heran, die ihr hartes Los in Melodien voller Gefühl verarbeitete und ganz allmählich ein nicht mehr wegzudenkender Teil des Stadtbildes wurde. Rosa singt, begleitet von einer Triangel, dem Geschenk einer Freundin, eine Art von Fado, der mehr noch als der traditionelle Fado all das Unglück, das Leid und die Sehnsucht der Ärmsten der Armen nach einem guten Leben, das ihnen wohl immer verwehrt bleiben wird, zum Ausdruck bringt. "Ich schließe meine Augen, um besser sehen zu können!"