Ein Gigant für die Antarktis

Wirtschaft Vogtländer bauen tonnenschweren Polarschlitten für Forschungs-Station

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Mitarbeiter von UMT-Lehmann Jocketa und Stahlbau Weischlitz heben den tonnenschweren Stahlrahmen nach der Abnahme per Kran wieder von den Kufen. Foto: Thomas Voigt

Jocketa/Weischlitz. Die Jocketaer Maschinenbauer von Lehmann UMT sind bekannt für die Entwicklung und Fertigung von Polarschlitten. In diesen Tagen sorgt ein weiterer Spezialauftrag für Aufsehen. Die Dimension des für eine russische Forschungs-Station in Auftrag gegebenen Transport-Schlittens übertrifft alles bisher Dagewesene, bestätigte UMT-Betriebsleiter Jonathan Gehmlich. "In dieser Größenordnung haben wir noch keinen Schlitten gebaut." Der 17 Meter lange Stahl-Koloss hat eine Traglast von 60 Tonnen. Die Konstruktion des Prototyps ist für sechs Container ausgelegt.

Diese Woche werden die Transporte abgeholt

Maßgeblich beteiligt an diesem Projekt ist die Firma Stahlbau Weischlitz-Rosenberg sowie das Plauener Ingenieurbüro Bernd Rudat. UMT-Marketing-Mitarbeiterin Andrea Lausmann sprach von einer tollen Zusammenarbeit mit den Partnern: "Wir haben das Ganze in Rekordzeit geschafft." Von der Konstruktion bis zur Auslieferung vergingen gerade mal drei Monate. In der Weischlitzer Montagehalle erfolgte kürzlich die Abnahme. Diesen Mittwoch rollen die einzelnen Baugruppen per Schwerlasttransporter in Richtung Bremerhaven. Dort werden die Schlitten-Teile aufs Schiff verladen.

Nach Informationen des Familienunternehmens musste der Auftrag wegen der Russland-Sanktionen vom Wirtschaftsministerium abgesegnet werden. Letztlich habe es aber keine Probleme gegeben. Die Jocketaer pflegen seit Jahren Geschäftsbeziehungen mit russischen Unternehmen. Besonders gefragt ist die Filter- und Fördertechnik aus dem Vogtland.