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Sachsen

Ein Handy hat hier keinen Wert

Winterzelten Über 100 Hartgesottene haben drei Tage im Wald von Kottenheide verbracht

Wenn die feuchte Kälte frühmorgens über die Winterwiese kriecht, dann sind Warmduscher fehl am Platze. Über 100 Hartgesottene verbrachten vergangenes Wochenende zwei Nächte im Freien. "Wir veranstalten hier das legendäre Winterzelten zum 32. Mal", schmunzelte Hans-Jürgen Schneider. Der Chef-Organisator begrüßt in jedem Jahr den BLICK-Reporter in seinem Kältecamp in Kottenheide. Vor den Toren von Schöneck liegen derzeit etwa fünf Zentimeter Schnee. Ein Thermometer hatten Torsten Keller aus Sohl, Gerd Wahlich aus Schöneck und der Plauener Carsten Dressel nicht dabei: "Wir fühlen an der Nasenspitze und am Schnee, wie kalt es ist. Knapp unter null Grad Celsius dürften wir jetzt haben", tippte das Trio kurz nach dem Aufstehen. Stammgast Ulrich Stöhr konnte konkreter werden: "Die Nacht über hatten wir minus 1,8 Grad", berichtete der 57-jährige Plauener. Auch er war mit etlichen Kumpels angereist: "Hier sind richtige Männerfreundschaften entstanden. Man besinnt sich beim Winterzelten wieder auf das Wesentliche", gibt Ulrich Stöhr seine Erkenntnis preis. In der oft unerbittlichen Kälte sinkt der Wert des Funktelefons. Das wärmende Feuer, ein gutes Gespräch und die Merinowollsocken sind hier beinahe unbezahlbar. "Dabei kosten uns genau diese Dinge im Vergleich zur flächendeckenden Stromversorgung und der Großstadt-Anonymität lächerliche Summen", grinst Hans-Jürgen Schneider. Die Teilnehmer aus dem Vogtland und Ostthüringen wissen das genauso zu schätzen wie Gäste aus Dresden, Hamburg, Stuttgart und Linz. kare