Ein harter Hund, der niemals bellt!

Fussball Mathias Köhler träumt vom Aufstieg in die Vogtlandklasse

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Mathias Köhler ist 51 und spielt noch immer beim VfB Plauen Nord in der ersten Mannschaft. Foto: Karsten Repert

Plauen. Mit 51 Jahren noch erste Mannschaft spielen. Das geht im Fußball eigentlich nicht. Mathias Köhler aber greift mit seinem VfB Plauen Nord jetzt sogar noch einmal richtig an. "Wir wollen in die Vogtlandklasse aufsteigen, nachdem uns das in diesem Sommer verwehrt worden ist", schimpft der Stratege, der 1983 vom legendären Fußballcoach Heinz Müller (leider in diesem Jahr verstorben) entdeckt wurde. Weil aus der Vogtlandliga kein Team aufsteigen wollte, gab es für den Kreisliga-Vizemeister zwei Klassen tiefer keine Relegationsspiele.

Der VfB Nord war die ganze Rückrunde ohne Niederlage geblieben. Doch am Ende feierte die Spielgemeinschaft Fortuna/VFC Plauen den Aufstieg. In Haselbrunn fühlen sie sich irgendwie betrogen. Für Mathias Köhler war "dies der Grund, noch eine Saison ranzuhängen." Nicht aufzusteigen, nicht an die Grenzen zu gehen, als Fußballer des Geldes wegen wo zu spielen. Das ist für "Matsche" kein Thema. "Ich habe elf Jahre bei Fortschritt Plauen gespielt. Dann bekam ich die Chance zu Motor/Wema/Aufbau zu wechseln. Darauf bin ich heute noch stolz." Später wurde aus seinem Verein der VFC Plauen (1990 umbenannt) und Mathias Köhler wurde zweimal mit seinem Heimatverein Sachsenmeister und so zum Oberligaspieler.

Unter der Woche Montageleiter für 40 Mitarbeiter

Auch beim 1. FC Rodewisch (1994 - 1999) hat sich der Plauener sehr wohl und zu Hause gefühlt. Vor 18 Jahren beendete Mathias Köhler sozusagen seine leistungssportliche Laufbahn. Denn der Stratege ist auch beruflich zum Leitwolf geworden. Beinahe kaum zu glauben, aber Tatsache: Mathias Köhler arbeitet unter der Woche als Montageleiter bei einem bayrischen Automobilzulieferer in Tschechien. "Ich bin für 40 Mitarbeiter verantwortlich und kann deshalb auch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen", berichtet der Libero, der aber auch schon als Stürmer zum Einsatz kam. Nur drei Spiele hat er vergangene Saison aussetzen müssen (Gelbsperre, Urlaub, Verletzung).

Seinen Trainer René Mocker (32) und seinen Libero-Nachfolger Andreas Höhn (34) unterstützt Mathias so gut es geht. Denn eigentlich würde er selbst auch gerne als Trainer fungieren. Dazu müsste der amtierende Ü45-Vogtlandmeister jedoch die Arbeit wechseln, was ganz sicher Ehefrau Heike riesig freuen würde. "Deshalb möchte ich den heutigen Tag unbedingt nutzen, um meiner Frau in aller Öffentlichkeit ein riesiges Dankeschön zu sagen. Was Heike auf sich genommen hat, ist ein Wahnsinn", glänzt Mathias Köhler wie immer mit unglaublicher Bescheidenheit. Er ist ein harter Hund, der niemals bellt!