Ein Hilfeschrei der Gastronomen

Gästeinformation Viele Lokale haben geöffnet, aber es kommt keiner

Plauen. 

Plauen. Es ist ein Hilfeschrei der Gastronomen. Yvonne Schmalfuß spricht für ihre ganze Branche und konkret für fünf Plauener Lokalitäten. Yvonne ist die Inhaberin vom "Heinrich's". Das Lokal im Alten Rathaus der Spitzenstadt ist verwaist. Seit 2017 hat die gelernte Hotelfachfrau hier den Hut auf. Ihr Partner Jody Schlegel ist Küchenchef. Und das Paar bezahlt jeden Monat 14 Angestellte. "Vor unseren Augen läuft gerade ein Horrorfilm ab, in dem wir die Hauptdarsteller sind", sagt Jody. Der 38-Jährige hatte sich am heutigen Donnerstag gemeldet beim BLICK, weil er und seine Kollegen in der Branche immer die gleiche Frage gestellt bekommen: Habt ihr auf? Die Antwort: Ja! Yvonne Schmalfuß sagt: "Wenn jetzt nicht bald Gäste kommen, dann verlieren wir noch mehr Geld als ohnehin." Dieses schlimme Schicksal teilen die Gastronomen Manuel Bendig (Uluru), Michael Schubert (Alte Gastwirtschaft), Tina Oertel (Cafe Albert) und Spiridon Fabian Karavasilis (Sirtaki).

 

Es gibt zwei wichtige Botschaften

 

Botschaft 1: In den Gaststätten ist es problemlos möglich, den geforderten Corona-Abstand zu halten. Wer also bis 18 Uhr zum Essen kommt, der hilft mit seinem Geld zumindest erst einmal für den jeweiligen Tag. Wenigstens ein bisschen Umsatz machen, das ist existenziell wichtig.

Botschaft 2: Die Politik sollte dringend Klarheit schaffen für die Gastronomen. Denn die dürfen zwar bis 18 Uhr öffnen. Das ist allerdings vollkommen sinnlos, wenn das der Bundesregierung unterstellte Robert-Koch-Institut aufgrund der rasanten Virenverbreitung den Menschen empfiehlt, in ihrer Freizeit zu Hause zu bleiben. Was medizinisch und aus Sicht der Virologen Sinn macht, bedeutet gleichzeitig den Entzug der Geschäftsgrundlage aller Gastronomen. Manche Wirtsleute wünschen sich, der Staat möge die Schließung der Lokale anordnen. Dann könnte man vielleicht mit unter den Rettungsschirm schlüpfen und überleben. Im Vogtland ist seit Jahren ein Gaststättensterben zu beobachten. Lokale sind zugleich für viele Menschen ein wesentlicher Faktor der Lebensqualität. Das trifft gerade für junge Menschen zu. Wo viele junge Leute leben, siedelt sich auch viel Gastronomie an.

Auch das Unternehmen Christel Knoll ist abhängig von den Lokalen

 

In Plauen beziehen so gut wie alle Gastronomen Waren von der Christel Knoll Vertriebsservice GmbH. Der Feinkostanbieter in Plauen-Oberlosa hatte vor 30 Jahren ganz klein begonnen. Heute beschäftigen Firmengründerin Christel und ihr Sohn Ingo Knoll zusammen mit Geschäftsführer Thomas Fritzlar 65 Mitarbeiter! "Wir beliefern mit unseren 17 Lkw's täglich vom Imbiss übers Krankenhaus bis zum Gourmetrestaurant jeden, der auf Qualität und Frische schwört." So verkündete es Thomas Fritzlar zum Tag der offenen Tür in Oberlosa. Die 3.000 Gastronomen, die als Kunden bei diesem Lebensmittelgroßhändler einkaufen, können auf 14.000 Artikel zurückgreifen.