Ein Leben für die Feuerwehr

Abschied Joachim Zeitz und Ralf Reichmann gehen in den Ruhestand

Feuerwehrleute, das sind noch richtige Helden. Sie sind rund um die Uhr hellwach, haben Mut und helfen ständig. Ralf Reichmann (59) aus Kürbitz war 41 Jahre bei der Berufsfeuerwehr in Plauen: "1986 wurde ich Wachführer und bin das bis zum heutigen Tag geblieben", schaut er voller Stolz auf das Geleistete zurück. Riesige Brände galt es zu löschen. Mit der 3. Wachabteilung "hämmerten wir am 15. April 2010 mit 160 Sachen über die Friedensbrücke. Sechs weitere Tote hätte es geben können auf der Liebknechtstraße", weiß Ralf Reichmann, was für ein glückliches Händchen er mit seinen Leuten hatte während der Rettung. Der größte Brand der vergangenen drei Jahrzehnte in Plauen kostete einen 65-Jährigen das Leben. Es entstand ein Schaden von zwei Millionen Euro (BLICK berichtete). Ebenfalls vor Ort waren der BLICK und die 3. Wachabteilung auf der Leibnizstraße in Plauen, wo es am 3. November dieses Jahres zu einer Rauchgas-Intoxikation gekommen war. Die Folge: Ein Bewohner wurde lebensbedrohlich verletzt, 16 Personen wurden evakuiert. Das war der letzte große Einsatz für Ralf Reichmann, der zusammen mit Joachim Zeitz (60) von Bord geht. "Achim" war 35 Jahre Feuerwehrmann und als Sachbearbeiter Atemschutz/Rettungsdienst zugleich Leiter Atemschutz der Feuerwehr der Stadt Plauen sowie Organisatorischer Leiter der Lehrrettungswache "Berufsfeuerwehr" Plauen. Zur Verabschiedung schickte die Stadt zwei Offizielle: Bürgermeister Manfred Eberwein und Ordnungsamts-Chef Wolfgang Helbig. Gekommen war natürlich auch Feuerwehr-Chef Jörg Pöcker. Bevor sich Joachim Zeitz und Ralf Reichmann in den Ruhestand verabschiedeten, sprachen sie noch deutliche Worte: "Bis zur Wende im Land hat kein Mensch die Feuerwehr in Frage gestellt. Was sind das für Zeiten, in denen sich Männer rechtfertigen müssen gegenüber Fragestellern, die gar nicht wissen, was das für ein Job ist", gab das Duo angesichts der Sparzwänge zu bedenken. Die BLICK-Leser bedanken sich heute bei Jörg, Ralf, Joachim und allen anderen Rettern und deren Familien dafür, dass ihr in Gedanken alle stets auf dem Sprung für unsere Sicherheit seid.