Ein Maibaum besser als jedes Windrad

Premiere Über 100 Bürger feiern in Meßbach den Maibaum-Brauch

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Der 1. Maibaum in der 608-jährigen Ortsgeschichte von Meßbach ist genau 16,5 Meter hoch und er wurde von insgesamt 18 Maibaumaufstellern nach oben gewuchtet. Foto: Karsten Repert

Meßbach. Die Premiere ist geglückt. Der über 16 Meter hohe Maibaum steht. Und der Zusammenhalt in und um Meßbach ist gewachsen. Thomas Gebhardt krempelte an jenem 1. Mai die Ärmel hoch. "Ich bin kein Meßbacher, aber als Taltitzer habe ich genauso mit gegen die drohenden Windräder gekämpft. Die Gemeinschaft, die daraus hervorgegangen ist, gefällt mir sehr", zerrte der kräftige Hüne zusammen mit 17 anderen Maibaumaufstellern an den Seilen.

Sogar der Bürgermeister war vor Ort

88 Augenzeugen applaudierten. Bürgermeister Steffen Zenner stand mit Ehefrau staunend Spalier. "Wir wollten zur Premiere dabei sein und wir sind deshalb extra in unseren Plauener Ortsteil gefahren."

Vor 24 Jahren wurden die Meßbacher eingemeindet. Die 145 Einwohner gehören seither dem Oberzentrum der Vogtlandmetrople an. Die Maibaum-Premiere wurde von den Bürgern ziemlich spektakulär zelebriert. Viele Anwohner kamen im Dirndl oder in Lederhosen. Moderator Ralf Schellenberg kommentierte das Sportgeschehen mit Musik per Live-Reportage und die Aufsteller-Mannschaft um Enrico Schmidt wuchtete binnen 21 Minuten den stämmigen Riesen in die Luft.

Anja Rudert verfolgte zusammen mit Familie die Szenerie. "Meine Mutti Christine Rudert hat am Kranz mit gearbeitet. Ich finde, die Frauen haben das ganz toll gemacht", schwärmte die Tochter voller Stolz.

Das gab es in 608 Jahren noch nie

Meßbach wurde 1410 erstmals urkundlich erwähnt und hat somit nach 608 Jahren erstmals einen Maibaum aufgestellt. Übrigens können die Historiker den Maibaum-Brauch in Deutschland noch gar nicht so richtig erklären. Wahrscheinlich ist, dass einst die alten Germanen so die Waldgottheiten verehrten.

Den Meßbachern ist das egal, dass keiner so richtig weiß, wo die Ursprünge dieses Brauchtums liegen. "Die Hauptsache ist, dass unsere dörfliche Gemeinschaft zusammengewachsen ist und wir mit einem schönen Fest eine Attraktion im Ort gefeiert haben", sagen die Meßbacher. Man kann sagen: Das hat gut geklappt!