Ein Pissoir vor der Haustüre

Anwohnerprotest In einigen dunklen Gassen stinkt es mittlerweile

Plauen. Ein ganzes Wohnviertel leidet seit Jahren. Trotz zahlloser Beschwerden änderte sich bislang nichts. Ekkehard Rudolph ist fassungslos: "Im Schutz der Dunkelheit verrichten die Besucher der Innenstadt einfach hier ihre Notdurft. Der Gestank ist schlimm." Dieser BLICK-Leser hat sich nun sogar extra ein Straßenschild anfertigen lassen, das vorgestern schon einmal probehalber in Position gebracht wurde. "Am Topfmarkt und unterhalb der Johanniskirche stinkt es genauso", berichtet der 63-Jährige. Dabei müssen die Anwohner längst nicht mehr nur zu Stadtfesten die "Pinkelorgien" ihrer Mitmenschen ertragen. Und als Stadtfest-Organisator stellt Steffen Krebs sogar fest: "Inzwischen sind es auch Frauen, die im Schutz der Dunkelheit alle Hemmungen verlieren", so der Vorstandsvorsitzende der Initiative Plauen. Die Betroffenen berichten sogar von folgendem Phänomen: "Die Leute laufen sogar am kostenlosen Toilettenwagen vorbei, um an unsere Hauswand zu strullen", wettert eine Anwohnerin, die namentlich nicht erwähnt werden möchte. Steffen Krebs bestätigt das. Und er sagt auch: "Die vorhandenen, kostenlosen Angebote werden von uns allen finanziert." Festbesucherin Jana Degenkolb hat folgendes beobachtet: "In Spitzenzeiten steht nur eine Schlange an der Damentoilette, bei den Männern ist dagegen Platz, obwohl die ziemlich sicher häufiger müssen." Ekkehard Rudolph und die Anwohnerschaft auf Nobel- und Marktstraße sowie weiteren Gassen in der City hoffen nun, "dass unser Ordnungsamt ähnlich engagiert nach diesen Übeltätern sucht wie nach Parksündern." Lesen Sie dazu auch "Angemerkt". kare