Ein Plauener, der Jürgen Klopp überholte

Fussball Chris Löwe spielt heute mit Huddersfield Town

Das aktuelle SPORT-BLICK-Foto: Chris Löwe vor dem Rathaus. Foto: Oliver Orgs / Pressebüro Repert

Huddersfield. Das ist die verrückteste Geschichte, die der SPORT-BLICK in den vergangenen 20 Jahren zu Papier gebracht hat. Chris Löwe aus Plauen spielt aktuell mit Huddersfield Town um die Krone des englischen Königshauses. Dass die Aufsteiger aus Huddersfield nach ihren Siegen bei Crystal Palace (3:0) und gegen Newcastle (1:0) nicht wirklich um die Meisterschaft spielen, jeder auf der Insel weiß das.

Aber Huddersfield turnt derzeit eben mit Tabellenführer Manchester United auf Augenhöhe am Barren. Und mit einem Sieg an diesem Samstag gegen Southampton (Anstoß 16 Uhr) würde man sogar wieder auf Platz eins vorrücken, weil ManU erst 18.30 Uhr gegen Leicester zurückschlagen kann. "Wir haben im Abstiegskampf sechs Punkte geholt. Mehr gibt es zu diesem Thema nicht zu sagen." Chris Löwe würgt immer alles ab, was ihn vom Wesentlichen abbringt.

Kein Rampenlicht erwünscht

Rückblick: Am 18. Juni 2005 traf der BLICK-Reporter Chris Löwe und dessen Familie auf dem Plauener Marktplatz. Der 16-Jährige war gerade dabei, mit dem Chemnitzer FC in die A-Junioren-Bundesliga aufzusteigen. Nur mit viel Überredungskunst ließ sich der angehende Profifußballer auch mit ablichten. Einen Auflauf um seine Person mochte der heute berühmteste Fußballer des Vogtlandes schon damals nicht.

In dieser Woche nun guckten 90 Prozent aller Medien in England in die Tonne. "Ich möchte keine Interviews groß geben. Das ist nicht mein Ding", begründete Chris Löwe am BLICK-Telefon die vielen Absagen. "Für meine Plauener und ganz besonders für meinen Opa Bernd Noack" aber hat Chris eine Ausnahme gemacht. Er war vor sechs Wochen sogar zum Extra-Foto-Termin vor das Plauener Rathaus geeilt. "Weil sich dann alle in meiner Familie freuen", weiß Chris, wem er eigentlich seinen Aufstieg verdankt.

Premier League gestürmt

Chris Löwe hat bei Wacker Plauen mit dem Fußball begonnen. Er ist mit Borussia Dortmund Deutscher Meister geworden. Der Linksfuß hat beim 1. FC Kaiserslautern die Kapitänsbinde tragen dürfen. Als Verteidiger ist er mit Huddersfield in die Premier League gestürmt und hat im legendären Wembley-Stadion vor 76.000 Zuschauern ein Tor geschossen. Jetzt steht der 28-Jährige in der Tabelle vor seinem Lieblingsklub, dem FC Liverpool und auch vor seinem Entdecker, dem großen Meister-Trainer Jürgen Klopp. Chris lacht am BLICK-Telefon: "Das ist ganz schön verrückt. Oder lieber Opa Bernd?"



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