Ein Vogtländer unterwegs im Weltall

Mission Sternwarten-Leiter beim "Sofia-Projekt"

Rodewisch. 

Rodewisch. Für Sternwarten-Leiter Olaf Graf hat sich ein Traum erfüllt. Als zweiter Sachse überhaupt war er vor wenigen Tagen mit einer umgebauten Boeing in der Stratosphäre unterwegs. Beim "Sofia-Projekt" handelt es sich um ein "fliegendes Teleskop", das die NASA gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt für Infrarot-Astronomie zu Forschungszwecken entwickelt hat.

Die Maschine mit dem Vogtländer an Bord hob in der kalifornischen Mojave-Wüste ab. Zunächst musste die Mission aufgrund von Schneefällen und technischen Problemen verschoben werden. Nachdem es grünes Licht für eine Aufenthaltsverlängerung gab, erlebte der ambitionierte Hobby-Astronom zwei Flüge über jeweils zehn Stunden. Von seinen Eindrücken berichtet er in einem Vortrag am 12. April (18 Uhr) im Rodewischer Planetarium.

Einige Hindernisse sollten das Projekt nicht ausfallen lassen

Das Leuchten in seinen Augen verrät es. Sternwarten-Leiter Olaf Graf schwebt gedanklich immer noch in der zweiten Etage der Erdatmosphäre. Vor wenigen Tagen startete er in den USA mit einem Forschungs-Flugzeug zur Beobachtung ferner Galaxien in die Stratosphäre. Mit Hilfe der speziellen Infrarot-Technik sah der Rodewischer Bereiche des Universums, die man sonst nicht sieht. "Das war eine einzigartige Erfahrung", blickte der Vogtländer auf sein Abenteuer zurück.

Fast wäre es nicht dazu gekommen. "Die erste Woche haben wir alles mitgenommen, was nicht funktioniert." Erst spielte das Wetter in Kalifornien nicht mit. "Dort hat es seit 25 Jahren erstmals wieder geschneit." Nicht nur deshalb musste der Start verschoben werden. Zum Leidwesen der Projekt-Teilnehmer entdeckten die Techniker ein Vogelnest in der Kühlanlage des fliegenden Teleskops". Die knapp bemessene Zeit verstrich. "Eigentlich war nur eine Woche geplant."

Er ist einer von acht glücklichen Teilnehmern in Deutschland

Dann wurde kurzerhand entschieden, den Aufenthalt zu verlängern. Zwei Flüge entschädigten für das lange Warten. "Wir konnten Wissenschaft hautnah erleben." Besonders angetan war der Vogtländer von der offenen Art der Verantwortlichen vor Ort. "Dadurch konnten wir viele Einblicke gewinnen." Beworben hat sich Graf über die Universität Stuttgart. "Nur acht Deutsche pro Jahr haben die Möglichkeit, daran teilzunehmen." Über seine Erlebnisse berichtet der Sternwarten-Chef in einem zweistündigen Vortrag am 12. April (18 Uhr) im Planetarium. Darin fließt auch seine Reise nach Chile zu den größten Teleskopen der Welt ein.