Eine barrierefreie "Oase"

Jugendzentrum Senkrechtlift mit hydraulischem Antrieb macht das ganze Gebäude barrierefrei

eine-barrierefreie-oase
Mit Hilfe des Förderprogramms "Lieblingsplätze für alle" ist der barrierefreie Ausbau des Jugendzentrums "Oase" realisiert worden. Foto: Andreas Ranacher / Pressebüro Repert

Plauen. . Der Mensch neigt dazu, sich am Negativen aufzureiben. Erst wenn ihn schlimme Ereignisse zu Boden reißen, sieht er das Positive mit anderen Augen. Und so ist dieser kleine Fahrstuhl im Jugendzentrum "Oase" für einige Vogtländer das "Bauwerk des Jahres".

Zum Vergleich: Die Baukosten für die Elbphilharmonie in Hamburg (789 Millionen Euro) oder das Landratsamt in Plauen (48 Millionen Euro) waren im gleichen Zeitraum in aller Munde. Über die fehlenden 85.000 Euro für den Fahrstuhl im Jugendzentrum Oase in Plauen wurde kaum gesprochen. Aber gekämpft wurde dafür dennoch. Denn die Vereine in Plauen-Chrieschwitz litten auch unter der Bausünde aus DDR-Tagen.

Nicht barrierefrei

Der Jugendclub ist seit vier Jahrzehnten Dreh- und Angelpunkt im Wohngebiet. Allerdings sind die beiden Etagen im zweigeschossigen Gebäude bislang nur über eine Außentreppe miteinander verbunden. Für Menschen mit Behinderung bedeutete die Treppe einen Weg von 170 Metern um das ganze Gebäude herum. Steffen Marquardt sitzt im Rollstuhl und weiß: "Auch im Winter und bei Regen war das so."

Von Sachsen gefördert

Das ist nun mit der Fertigstellung des Anbaus eines rollstuhlgerechten Aufzuges Geschichte. Die Kosten wurden mit 68.000 Euro Fördermitteln des Freistaates Sachsen aus dem Förderprogramm "Investitionen Teilhabe" unterstützt. 17.000 Euro zahlte die Stadt Plauen dazu.

Bemerkenswert: Die Elterninitiative e.V. ist dort mit vielen Kids vertreten, die Einschränkungen mitbringen. Der Vital-Verein um seinen Vorsitzenden Steffen Marquardt fühlt sich hier ebenso zu Hause. Um Menschen mit Behinderung, kerngesunde Jugendliche oder verschiedene Nationalitäten bemüht sich das Oase-Team um Peggy Schöffler-Gadsch. "Und heute ist der Tag, wo wir Betroffenen herzlich Dankeschön sagen", schreibt Steffen Marquardt dem BLICK.