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Eine Lebensgeschichte mitten im Todesstreifen

Vernissage Admedia zeigt in Ausstellung "Das grüne Band" von Mario Goldstein

Plauen. 

Plauen. Seine Ziele liegen sonst in Asien, Afrika und in der Wildnis. Was macht dann ein Weltenbummler aus dem Vogtland mitten in Deutschland? Wieso befasst sich ausgerechnet Globetrotter Mario Goldstein mit der deutschen Teilung und dem Grünen Band? "Ich kam bereits im Alter von 14 Jahren mit dem ehemaligen Todesstreifen in Berührung", verriet der Abenteuerpromi. Die Vernissage zur Wanderung von Mario Goldstein, sie hat also einen ganz spannenden Hintergrund. Bei Admedia im Rehazentrum in Plauen kann man die 100-Tage-Tour quer durch die Bundesrepublik auf 22 großen Bildern nachverfolgen. Dieser weltweit einzigartige Lebensraum war bis vor 30 Jahren Sperrzone zwischen Ost und West. Mario Goldstein stellt sie vor, die Naturidylle zwischen Mauern, Stacheldraht und Wachtürmen. Es war für ihn ein Marsch zwischen Freude und Nachdenklichkeit.

1983: "Ich habe eine Leuchtrakete ausgelöst und dann die Grenze gesehen."

Mario Goldstein wusste früh, dass er nicht in der DDR leben will. "Ich habe mich mit 14 Jahren in der Nacht nach Ebmath durchgeschlagen. Dort wollte ich über die Grenze", berichtet der 1969er Jahrgang. Der naive Plan musste freilich auffliegen. Der Junge verfing sich in einem dieser Stolperdrähte. Zack. Alles taghell. "Ich habe eine Leuchtrakete ausgelöst und dann zum ersten Mal die Grenze gesehen." Mario Goldstein konnte zurück nach Hause flüchten. Doch er kam wieder. Die Sehnsucht nach der Freiheit trieb ihn wieder zur Republikflucht und im Alter von 19 Jahren wurde er vom Westen aus der Stasi-Haft freigekauft. Die beiden Admedia-Geschäftsführer Dirk Neumann und Thomas Schreyer finden: "Der Fall der Mauer ist 30 Jahre her und deshalb ist jetzt der perfekte Zeitpunkt aus unserer Sicht, diese 100-Tage-Wanderung durch Geschichte und Gegenwart entlang dieser grünen Grenze in Szene zu setzen." Seit zwei Jahren arbeitet man bereits zusammen und unterstützt sich gegenseitig. So entstand die Idee, zum 30. Jahrestag der der Grenzöffnung dieses tolle Gemeinschaftsprojekt auf die Beine zu stellen. 120 Gäste kamen allein zur Vernissage. "Es ist eine Reminiszenz an Mut, Demokratie, unsere Stadt Plauen und den Willen zur Veränderung", betont Weltenbummler Mario Goldstein, dessen Freiträumer-Festival (www.freitraeumer.de) es ohne die friedliche Revolution in Plauen, Dresden und Leipzig nie gegeben hätte.

Der perfekte Zeitpunkt

Auch die beiden Admedia-Geschäftsführer Dirk Neumann und Thomas Schreyer verbinden mit dem grünen Band ihre Lebensgeschichte. Ein Rehabilitations- und Therapiezentrum mit insgesamt 350 Mitarbeitern an drei Standorten war vor 30 Jahren undenkbar. Seit 1996 wächst das Unternehmen. Letztes Jahr feierte man am Stadtparkring "10 Jahre Admedia in Plauen". Gegründet wurde die Einrichtung vor 23 Jahren von Dirk Neumann in Chemnitz. Die Standorte Freiberg und Plauen kamen hinzu. Und seit 2017 ist das Unternehmen Admedia Partner des Freiträumer-Festivals, welches der einstige Totalaussteiger Mario Goldstein nach seiner Rückkehr in den alltäglichen Wahnsinn auf die Beine stellte. Das Festival und Mario Goldstein sind Grenzgänger. Sie pendeln quasi zwischen den Welten. Man muss stehen bleiben, um genau hinzuschauen. Und so wird die Ausstellung "Das grüne Band" zur historischen Transformation. Die Fotos stammen von Eric Fresia, Ramona Goldstein, Patrick Schilbach und Mario Goldstein. Geöffnet ist Montag bis Freitag 8 bis 19 Uhr. Zugleich ist auch ein Buch mit 320 Seiten erschienen. Das gibt es im Buchhandel oder im Büro von Mario Goldstein sowie zu den Freiträumer-Terminen.



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