Eine Reise ohne Rückkehr

Eröffnung Ausstellung zur Auswanderung aus der DDR in Mödlareuth

Mödlareuth. Im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth ist zurzeit die Ausstellung "Exit. Reise ohne Rückkehr?" zu sehen, die sich mit der Auswanderung aus der DDR beschäftigt. Erkennbar sind die absurden gesellschaftlichen Verhältnisse, welche im Osten durch den Aufbau eines kommunistischen Systems nach sowjetischen Vorbild entstanden. Hunderttausende Bürger reagierten auf diese schwer verdaulichen Zustände mit Flucht in Richtung damalige Bundesrepublik. Die Ausreisebewegung wurde für die DDR-Diktatur durchgängig zum Problem.

Die für die Ausstellung ausgewählten Biografien stehen für insgesamt rund 400.000 übergesiedelte Antragsteller. Ein Fall behandelt zudem einen tödlich endenden Fluchtversuch. Öffentlich gemacht wurde die Geschichte von Tino Peisker aus Plauen. "Wir waren im Osten nur eingeschränkt. Das hat man als junger Mensch ganz deutlich gemerkt", bilanzierte er. Peisker spürte die geistige sowie räumliche Enge der realsozialistischen Wirklichkeit schon beizeiten. Als "Moped-Rocker", der viel herum fuhr, sah er schon als Jugendlicher ständig nur noch Grenzen. Denn von seiner Heimatstadt bis zu dem auf der Ostseite hermetisch abgeriegelten innerdeutschen Sperrgebiet, waren es nur wenige Kilometer. Nachdem die Schwester schon einige Zeit im Westen lebte, stellte Peisker ebenfalls einen Antrag auf ständige Ausreise und landete am 4. Oktober 1989 im oberfränkischen Hof. In den 1990er Jahren ging es für ihn zurück ins Vogtland und Peisker gründete eine Filmproduktionsfirma.

Service: Geöffnet ist das Museum bis zum 31. Oktober Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Ab dem 1. November von 9 bis 17 Uhr.