Enormer Personalmangel: Plauener Tafel gerät unter Druck!

Hilfsangebot Bekämpfung von Armut - Gegen Lebensmittelverschwendung

Plauen. 

Plauen. Die Plauener Tafel und ihre neun Ausgabestellen sind in Bedrängnis geraten. Denn die Zahl der Hilfesuchenden steigt unaufhörlich. Zuletzt war von weit über 700 Familien die Rede, die in Abhängigkeit von der Tafel ihr Leben bestreiten. Die Plauener Tafel stellt in der Region ein wichtiges Bindeglied zwischen der Bekämpfung von Armut und der Vermeidung der Lebensmittelverschwendung dar. Doch Konstanze Schumann schlägt jetzt Alarm: "Ich persönlich bin seit Juni 1991 sozial engagiert. Zuerst bei der Selbsthilfegruppe Pausa, dann wurde ich 1996 die Geschäftsführerin Arbeitsloseninitiative Sachsen e.V. und so habe ich alle Veränderungen miterlebt", schreibt die Chefin der Plauener Tafel.

Unglaublicher Druck

"Der Druck ist massiv gestiegen", berichtet Konstanze Schumann. Schon lange warnt die Frontfrau der Arbeitsloseninitiative (ALI) vor dem Knockout. 70 Leute sind im Betrieb täglich im Einsatz. Alle an der physischen Grenze. Auch psychisch steigt die Belastung. "Und wir finden kaum noch Leute, die mit anpacken. Dabei ist der Bedarf so groß wie nie", stellt Konstanze Schumann klar.

Zusätzliche Probleme

Die Herausforderung, geeignetes, engagiertes Personal zu finden, sorgt für zusätzliche Probleme: "Auch wir spüren eine Überalterung im Team. Deshalb sind wir dankbar über die Nationalitätenvielfalt in den Projekten der Plauener Tafel", verrät Konstanze Schumann. Kontinuität bei den Warenströmen für die Tafel wären gut. "Die Bezahlkarte ist für unsere Möbelbörse bei den Geflüchteten ein Problem, da die Barauszahlung ja nur 25 Euro beträgt", erläutert die ALI-Chefin. Und sie geht ins Detail: "Das Untereinander macht mir Sorgen. Ein Dankeswort oder Höflichkeit gibt es kaum noch. Das kommt am ehesten von unseren Geflüchteten." Der Haushaltstopp des Vogtlandkreises trifft die Kleiderkammer, "da wir eine freiwillige Leistung sind geht für uns nichts", ergänzt Konstanze Schumann.

Ein Perspektivwechse

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Beim Tafelbesuch traf der BLICK-Reporter auf Andreas Heinz. Der Landtagsabgeordnete wird im Herbst nicht mehr als Direktkandidat zur Landtagswahl antreten. "Ich mache für jüngere Leute den Weg frei. Vielleicht ziehe ich noch einmal über die Landesliste der CDU ins Parlament ein. Das wird man sehen. Auf jeden Fall arbeite ich fürs Vogtland bis zum letzten Tag", verspricht der Politiker. Im Rahmen des Perspektivwechsels erzählte der Landwirt (im Nebenerwerb) weiter: "Ich habe mich heute hier zum Perspektivwechsel angemeldet, weil ich die Abläufe verstehen möchte", überraschte Andreas Heinz. Die Plauener Tafel gilt als eine Art Tabuthema. Ein reiches Land wie Deutschland braucht eine solche Einrichtung? Da passt ja was nicht.

Die Plauener Tafel ist professionell organisiert

Konstanze Schumann schreibt dem BLICK: "Es gibt zu Andreas Heinz seit 1993 Kontakt. Intensiv hilft er seit 1996. Damals wurde aus der ALI Thüringen die ALI Sachsen e.V., weil Pausa per Volksentscheid einen Länderwechsel durchsetzte. Den Hauptsitz haben wir in Pausa belassen", blickt Konstanze Schumann zurück. Andreas Heinz war zwei große Runden im Transporter mitgefahren. "Wir haben alle Märkte besucht, Gemüse, Obst und Lebensmittel aufgeladen. Dann wurden alle Waren nach Mindesthaltbarkeit sortiert", berichtet der Berufspolitiker. Für Andreas Heinz steht fest: "Es ist erstaunlich wie professionell die Tafel organisiert ist. Jeder Handgriff sitzt. Wir können nur alles versuchen, um diese Einrichtung zu stärken, damit die Bedürftigen hier weiter versorgt werden können", versprach der Abgeordnete, am Ball zu bleiben.

Interessenten melden sich bitte bei der ALI Sachsen

Teamleiter Sven Schröter: "Wer Interesse hat, der möchte sich bitte melden. Wir suchen in allen Bereichen Verstärkung." Waltraut Körner ist stellvertretende Teamleiterin im Ehrenamt: "Wir suchen auch Führungskräfte, die den Organisationsbetrieb verstärken." Kontakt: ALI Sachsen e.V. | Achtung neue Anschrift: Zeulenrodaer Straße 28 | 07952 Pausa-Mühltroff | Telefon 037432-7765 | Mail: ali-sachsen@t-online.de Nach einem anstrengenden Vormittag stellte Andreas Heinz fest: "Die Stimmung im Team ist gut und der Zusammenhalt unter den Tafelleuten ist spürbar. Ihr habt meinen allergrößten Respekt!"

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