Er kämpft weiter um einen Prozess

Gerichtsfall 28 Jahre nach vermeintlichem Mordversuch hofft Plauener Opfer auf einen Schuldspruch

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Die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas und weitere Entscheidungsträger haben Hartmut Richter (re.) unterstützt. Foto: Karsten Repert

Plauen. Hartmut Richter gehört zu denen, die einst vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) beschattet wurden. Das steht fest. Zu DDR-Zeiten hatte das MfS zwei sogenannte Informelle Mitarbeiter (IM"s) auf den damaligen Fuhrparkleiter des VEB Schlachthof angesetzt.

Am 9. März 1989 geschah dann das Unfassbare: In Triptis soll es einen Mordversuch gegeben haben. Das Opfer - Hartmut Richter aus Plauen - wurde über den Haufen gefahren und kämpfte viele Jahre für seinen Prozess. Richtig voran ging es nicht. Erst die Hilfe durch verschiedene Politiker könnte in dem Fall noch zu einem Urteil führen.

Denn die Justiz ermittelt nun wieder beziehungsweise soll verhandelt werden. Bei einem Termin mit dem BLICK war stellvertretend auch Politikerin Yvonne Magwas (CDU) dabei: "Ich möchte mich heute bei Yvonne Magwas und allen anderen bedanken, die mir geholfen haben, dass dieses Verfahren nicht eingestellt wird."

Mutmaßlicher Täter gestand den Mordversuch angeblich

Hartmut Richter machte den mutmaßlichen Täter ausfindig. Der hat nach Aussage von Hartmut Richter inzwischen die Tat gestanden. Unter Zeugen, so berichtet das Opfer, soll der Beschuldigte gesagt haben: "Es tut mir sehr leid, was ich dir angetan habe." Die "Freie Presse" berichtete im November 2016 unter dem Titel "Mielkes langer Schatten der Angst".

Sollte jetzt nach 28 Jahren ans Licht kommen, dass es sich 1989 um keinen Unfall, sondern Vorsatz handelte und die Staatssicherheit dahinter steckte, würden alle Vermutungen von Hartmut Richter bestätigt. Es bleibt spannend.