Erik hat kleinem Jungen das Leben gerettet

Knochenmarkspende Produktionsarbeiter aus Plauen bewahrt Krebspatienten vor dem Tod

erik-hat-kleinem-jungen-das-leben-gerettet
Erik Staschinski hat einem sechsjährigen Jungen das Leben gerettet. Foto: Karsten Repert

Plauen. Erik Staschinski hat am Dienstag einem kleinen Jungen das Leben gerettet. Der Plauener ist seither "einfach nur glücklich, dass es geklappt hat und der Knirps hoffentlich nächstes Jahr in die Schule gehen kann."

Wie der gerettete Sechsjährige heißt, das weiß Erik noch nicht. Erst in zwei Jahren dürfen sich die beiden treffen. Denn der 27-Jährige ist Knochenmarkspender. Und er wurde aus der sächsischen Datenbank mit 97.326 typisierten Menschen gefunden. Insgesamt sind erst 7,5 Millionen Bundesbürger typisiert. Das ist eigentlich viel zu wenig.

Jeder kann Lebensretter sein

Erik hat sich am 14. Dezember 2011 typisieren lassen. Seither werden seine Daten vom Verein für Knochenmark- und Stammzellenspenden e.V. (Internet: www.vks-sachsen.de) verwaltet und durch die Bundesdatenbank ständig abgeglichen. "Ich selbst habe seitdem nie wieder was von diesen Leuten gehört." Bis vor kurzem. Dann kam die Nachricht von der Universitätsklinik Carl Gustav Carus aus Dresden.

Erik und seine Verlobte Sabine waren vollkommen aus dem Häuschen. "Erik Staschinski wurde als gewebe-identischer Knochenmarkspender für einen unverwandten Empfänger identifiziert", stand da geschrieben. Der Wahnsinn! Denn der kleine Junge soll nächstes Jahr in die Schule kommen. Und jetzt hat er tatsächlich eine Chance.

So läuft eine Knochenmarkspende ab

Synchron werden Spender und Empfänger behandelt. Während die laufende Chemotherapie des schwer an Krebs erkrankten Jungen auf null gefahren wurde, begab sich Erik zur Voruntersuchung. "Für mich war das alles ganz entspannt. Alle Ärzte und Schwestern waren froh, mich gefunden zu haben. Ich würde das jederzeit wieder tun."

Natürlich hat auch der Arbeitgeber von Erik mitgespielt. In der Vogtlandmilch GmbH übernahmen die Kollegen gerne die Aufgaben des Anlagenfahrers. "Wir können grünes Licht geben. Sie sind gesund. Ihnen werden 690 Milliliter entzogen. Die Knochenmarkentnahme findet am 17. Oktober statt", teilten die Ärzte mit.

Insgesamt opferte Erik Staschinski drei Tage seines Lebens, um ein anderes zu retten. Er brauchte nicht einmal Schmerzmittel. "Es zieht ein wenig im Rücken und ich bin jetzt noch ein paar Tage krank geschrieben, um mich nach dem Eingriff zu erholen.

Es werden immer mehr Lebensretter

Erik ruft alle Vogtländer auf: "Bitte geht zur Typisierung. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, umso größer ist die Chance auf einen genetischen Treffer." Nächster Termin ist der 26. Oktober. Dann führt das Team um Geschäftsführerin Steffi Dagga unter dem Motto "Blutkrebs gemeinsam besiegen" in Plauen die nächste Typisierung durch. Zum Tag der offenen Tür ist das von in der Ideal Immobilien GmbH von 15 bis 19 Uhr möglich.

Das Unternehmen sitzt in der Mommsenstraße 9 (Info-Telefon 03741-70500), in Reichweite des Möbelhauses Biller. Das Ganze geht ganz schnell. Die Entnahme einer Speichelprobe dauert eine Minute. Und dann kann man wie Erik Staschinski zum Lebensretter werden. Der Plauener ist in diesen Tagen rundum glücklich. Denn nächstes Jahr ist Schulanfang!