Erste Erfolge sind sichtbar

Wirtschaft Im Kampf um die Jugend müssen die Vogtländer besser sein

Bundesligastandard in der Provinz. So ungefähr muss man sich das vorstellen, was derzeit Industrie, Handwerk und Handel auf die Beine stellen müssen. "Unsere Jugend wird nur dann hier bleiben, wenn wir besser sind als andere und etwas zu bieten haben", sagen die Hauptakteure. Die Wirtschaft im Vogtland redet schon lange Klartext. Und es gibt sogar eine Art unausgesprochenen Schulterschluss, der die großen Arbeitgeber der Region vereint. "Ganz deutlich wurde das zur Berufsberatungsmesse. Die Firmen haben sich intensiv ausgetauscht", berichtet Helga Lutz, Chefin der Agentur für Arbeit. IHK-Geschäftsführer Michael Barth hat über den Tellerrand hinausgesehen.

"Ich will nichts schönreden und weiß, wie schlimm es in manchen Branchen bereits aussieht. Ich weiß aber auch, dass es in anderen Regionen Reibereien und Missgunst gibt, wo im Vogtland entscheidende Leute erstklassig zusammenarbeiten", so Barth. Auf Früchte muss die Region vermutlich noch warten. Wenngleich erste Erfolge ganz deutlich sichtbar geworden sind. Nur ein Beispiel: Das Unternehmen Linhardt in Pausa hatte aufgrund der Weltmarktsituation vor zwei, drei Jahren einige Probleme. Es gab Kurzarbeit. Doch der Tubenproduzent hat zusammen mit seiner Belegschaft den Karren wieder in die Spur geschoben. Industriemechaniker René Spitzner aus Mehltheuer ist sogar so motiviert, dass er zu jener Ausbildungsmesse versuchte, ein paar der 3.000 Besucher für Linhardt zu interessieren. "Wir sind jetzt inzwischen auf 300 Mitarbeiter angewachsen. Die Firma bezahlt und behandelt mich gut. Wir produzieren unter anderem für Voltaren, Red Bull, Loreal, Balea und Thomy", berichtet René. Ein bisschen klingt das schon wie Bundesliga, oder? kare