Erster Bundesweiter Warntag: 275 Sirenen im Vogtland im Einsatz

Warntag Im Vogtland heulen diesen Donnerstag die Sirenen

Plauen/Vogtland. 

Plauen/Vogtland. Erstmals seit der Wiedervereinigung erfolgt diesen Donnerstag ein bundesweiter Probealarm mit Sirenen. Pünktlich um 11 Uhr ertönt am Warn-Tag der markante Heulton "Warnung vor einer Gefahr" für eine Minute. In dieser Zeit ist der Sirenenton in Intervallen alle fünf Sekunden zu hören. Die Entwarnung folgt 20 Minuten später mit einem Dauerton von einer Minute.

"Die Bürger sollen das Signal bewusst wahrnehmen", erklärte Ingo Glaß im Vorfeld. Der Sachgebietsleiter für Brand- und Katastrophenschutz des Vogtlandkreises sitzt im Ernstfall im Keller des Landratsamtes. Dort befindet sich das Lagezentrum. Im Falle einer bedrohlichen Situation wie Naturkatastrophen oder Chemieunfälle arbeiten zwei Koordinierungsstäbe rund um die Uhr im Drei-Schicht-System.

Neben den zahlreichen Computerarbeitsplätzen können sechs Bildschirme hochgefahren werden. "Bei Gefahr haben wir die Möglichkeit, Live-Bilder zu verfolgen." So können beispielsweise Pegelstände an Gewässern wie Talsperren überwacht werden. Pro Schicht sind maximal 50 Personen an der Krisenbewältigung beteiligt. Zu diesem Kreis gehören insgesamt 150 Personen. Bei Stromausfall hält ein Notstromaggregat die Systeme für 72 Stunden am Laufen.

Zum Probealarm wird es laut im Vogtland. Nach Informationen von Jens Leistner, Geschäftsführer vom Zweckverband Südwestsachsen, sind in der Region 275 Sirenen betriebsbereit. Die meisten laufen über Elektro-Motoren. "Sie können über ein Funksignal einzeln oder zentral angesteuert werden." Zudem stehen noch fünf mobile Sirenen zur Verfügung. Nach einem Beschluss der Innenminister-Konferenz wird der bundesweite Warntag ab 2020 jährlich immer am zweiten Donnerstag im September stattfinden. Im Katastrophen-Szenario sind Radio, Fernsehen, soziale Medien sowie die Notfall-Informations- und Nachrichten-APP (NINA) eingebunden. In der Region informiert das Vogtlandradio auf seinen Frequenzen alle fünf Minuten über die aktuelle Gefahrenlage.