Es ist amtlich: Der HC Einheit steigt nicht ab!

Handball Mitteldeutsche Oberliga freut sich über Zuschauermagneten

Jetzt ist es amtlich. Der HC Einheit bleibt in der Mitteldeutschen Oberliga. Die Plauener Handballer waren sportlich abgestiegenen. Jetzt profitieren sie von drei glücklichen Umständen. Wie an einem Strohhalm kletterten die Rot-Weißen ohne eigenes Zutun über Wochen empor. Zunächst konnte Sachsen-Althalt keinen Aufsteiger in die Oberliga schicken, weil Staßfurt nicht aufsteigen darf. In Sachsen-Althalt dürfen nur die beiden Ersten der Liga (Calbe, Spergau) aufsteigen, aber die wollen nicht. Staßfurt will aufsteigen, darf als Dritter aber nicht, sagt der Verband.

Ein Plauener warf das entscheidende Tor für Dresden

Die zweite Hürde übersprang der HC Einheit mit dem Sieg des HC Elbflorenz II in der Aufstiegsrelegation. Die Dresdner erzielten als Mitteldeutscher Meister in der letzten Minute das eine fehlende Tor gegen den TuS Vinnhorst (Niedersachsenmeister) zum 22:24-Endstand. Zuvor hatte man bereits aussichtslos mit 6:13 (Halbzeitstand) zurückgelegen, kämpfte sich aber mit einem famosen Schlussspurt noch heran. Im Hinspiel hatte Elbflorenz II mit 28:26 gewonnen. So zählte die Auswärtstorregel. Und die sprach für Dresden. Ausgerechnet der Plauener Christoph Hagen Märtner (früher SV 04 Oberlosa, jetzt HC Elbflorenz) warf die Dresdner mit seinem Tor zum Aufstieg und rettete den HC Einheit vor dem Abstieg. "Es war mein letztes Spiel. Ich beende meine Laufbahn aus beruflich-familiären Gründen und freue mich sehr, dass ich mit dem Aufstieg in die 3. Liga auch für mich selbst einen tollen Abschluss schaffen konnte", ließ der 27-Jährige wissen.

Die Dresdner sorgen für das Wunder von Plauen

Als letzter Baustein musste nun noch der Klassenerhalt des HC Elbflorenz in der 2. Bundesliga folgen. Dies ist den Landeshauptstädtern am vergangenen Samstag mit einem 32:28 gegen den VfL Lübeck-Schwartau gelungen. Damit darf die zweite Mannschaft vom HC Elbflorenz in die 3. Liga aufsteigen. Somit ist in der Mitteldeutschen Oberliga ein weiterer Platz frei geworden, der dem HC Einheit Plauen zum Klassenerhalt verhilft. Zuvor durfte sich übrigens bereits Oebisfelde als Oberliga-Drittletzter über den Verbleib in der Liga freuen.

Und wie geht es jetzt weiter?

Natürlich hatten die Plauener das Geschehen in Sachsen-Anhalt und in Dresden aus der Ferne verfolgt. "Es kommt für uns nicht überraschend. Aber dass alle drei Entscheidungen zu unseren Gunsten fallen, das hätten wir wirklich nicht für möglich gehalten", stellt Einheit-Pressesprecherin Sabrina Lukas voran. Der geschäftsführende Vorstand hat nun am Montagvormittag verkündet: "Wir haben intensiv mit den Trainern und Spielern gesprochen und beschlossen, dass wir die Chance nächste Saison wieder Mitteldeutsche Oberliga zu spielen, wahrnehmen werden." Der ursprünglich für die Sachsenliga zusammengestellte Kader könnte verstärkt werden, wenn es wirtschaftlich machbar ist. Aber riskante Verpflichtungen wird es auch in diesem Jahr keine geben. "Mit einer intensiven Vorbereitung, einem kompetenten Trainerteam und einem guten Kader wollen wir wieder angreifen und diesmal mit dem Abstieg nichts zu tun haben", lautet das Ziel.

Einheit hat zum dritten Mal in Folge Glück

Ziemlich verrückt: Der HC Einheit hat nun das dritte Mal in Folge Glück. Denn die schuldenfreien Plauener waren 2017 als Zweiter aus der Sachsenliga aufgestiegen, weil die anderen Verbände keine Aufsteiger melden konnten, da von dort niemand aufsteigen wollte. Im vergangenen Jahr (2018) schaffte Einheit den Klassenerhalt, weil der Verband aufgrund unklarer Regelungen in der Spielordnung eine Abstiegsrelegation ansetzen musste, die ursprünglich nicht geplant war. Einheit setzte sich durch gegen Glauchau/Meerane und blieb drin in der Oberliga.

Die Liga freut sich mit den Rot-Weißen

Für die Mitteldeutsche Oberliga ist der HC Einheit übrigens ein Segen! Denn die Plauener zählten in der zurückliegenden Saison 5.188 Besucher in der Sporthalle Wieprechtstraße. Die ersten Drei der Zuschauertabelle: 1. SV 04 Plauen-Oberlosa 7932 (610 pro Spiel), 2. HSG Freiberg 7.757 (597), 3. HC Einheit Plauen 5.188 (399). Die Handballstadt Plauen hat somit also einige Handball-Hochburgen in Mitteldeutschland überflügelt. Und wenn einem Tabellenvorletzten trotz vieler Misserfolge solch eine große Zahl treuer Fans den Rücken stärkt, dann gehören die Rot-Weißen auch in die Mitteldeutsche Oberliga!