Es kocht im Elsterberger Hexenkessel

Fasching Elsterberger feiern ausgiebig

Elsterberg. 

Elsterberg. Ganz aus dem Häuschen scheint Elsterberg in diesen Tagen zu sein. Es regiert ein Prinzenpaar, Hexen und Zauberer schwirren umher, und es wird getanzt. Die Tanzleidenschaft ist besonders groß, meint man zu spüren. Im Burgkeller zur Faschingssitzung eröffnete das Prinzenpaar Katja II. und Prinz Christian II. den Abend schwungvoll.

Im langen, in grün gehaltenen Kleid glitt Katja Simon, wie die diesjährige Faschingsprinzessin im wirklichen Leben heißt, an der Seite von Christian Mesch übers Parkett. "Es macht Spaß, ist aber auch ganz schön stressig", war von dem Paar - sie sind seit drei Jahren tatsächlich eines - zu erfahren. Das hoheitliche Prinzenpaar hatte schon so einige Auftritte hinter sich gebracht. Wie sie zu ihrem Prinzessinnenkleid gekommen sei? "Das hat mir der Verein zur Verfügung gestellt. Ich konnte aussuchen zwischen einem bläulich, mittelalterlich aussehenden und diesem, in grün Kleid." Das habe ihr am besten gefallen, so die Hoheit, die sonst als Kosmetikerin tätig ist. Der Elsterberger Faschingsclub hat übrigens eine neue Vereinsvorsitzende. Seit November führt Silke Schmidt die Geschicke und immerhin 170 Mitglieder an.

Hoheitliche Aufgaben

Zu tun hatte das Prinzenpaar am Samstagabend so einiges: Kostümprämierung, Ordensverleihung - und immer lächeln und winken. Außerdem hatte Katja für ihren Prinzgemahl, der sonst Berufskraftfahrer ist, die Rede geschrieben, die er hielt: "Der Saal ist voll, die Show kann beginnen, drum lasst uns einen schönen Abend verbringen..." Klar musste sich da alles reimen. Und noch eine wichtige Aufgabe kam dem Adelspaar zu: Sie verkündeten die Kussfreiheit und zelebrierten sie gleich selbst.

Auf Händen getragen

Dann wurde getanzt, was das Zeug hält. Der Elferrat mit Thomas Schurich an der Spitze mit der Prinzengarde, die Faschingspolizei mit ihren Besen. Da ja die Konfettikanone immer mal wieder in Gang gesetzt wurde, gab es regelmäßig einen Besenmarsch. Der Prinzengarde mit ihrem schneidigen Tanz folgte die Kinderprinzengarde. Das Funkenmariechen wurde von der Fähnrichgarde auf Händen getragen. Gloria Ludwig ist seit neun Jahren das Elsterberger Funkenmariechen, berichtete sie. Ist da viel Training nötig? "Ach, mir liegt das im Blut", sagte die 32-jährige. Schließlich war schon ihre Mutti das Funkenmariechen. Ob ihr eigener Nachwuchs das mal wird, steht in den Sternen. Aber das vierjährige Söhnchen könnte ja auch in Papas Fußstapfen treten und eines Tages Hauptmann werden. Als dieser führte am Samstag nämlich Steffen Ludwig die Fähnrichgarde an der Seite des Funkenmariechens an.

Hexenuniversität präsentiert sich

Nicht fehlen durften beim Motto des EFC "Vom Faschingssessel in den Hexenkessel" Hexen und Zauberer. Diese waren zuhauf im Publikum zu sichten, genauso wie eine Wahrsagerin mit leuchtender Kugel und mehr oder weniger schaurig aussehende Teufel. In der Elsterberger Hexenuniversität suchte dann eine betagte Hexe mit langer krummer Nase eine Lehrerin für einen freie Stelle. Da kam auch schon eine Junghexe extra ins Vogtland eingeflogen. Etwas verspätet, wie sie verriet. "Mein Hexenbesen ist nicht angesprungen, das lag am Diesel." Mit dem dürfe man ja auch nicht mehr überall hin. Und dann wäre in Greiz noch alles ziemlich chaotisch ausgeschildert gewesen. Schlag auf Schlag ging es dann, der Nachwuchs an der Hexenuniversität präsentierte sich.

Die erste Klasse mit kleinen Zauberlehrlingen und bunten Hexenmädchen, dann gab es aber auch noch die Eliteeinheit, die sogenannten Hexenjäger. Zombies und Vampire gesellten sich hinzu. Nicht fehlen durften schwarze Katzen und graue Mäuse, die im Ballett munter umher schwirrten. Ihre eigene Katze hatte die zukünftige Hexenlehrerein, die, wie sie sagte, "für alles offen sei", zuvor in den Hexenkessel geworfen.

Ausgelassene Stimmung im kochenden Hexenkessel

Alles tanzte und wirbelte übers Parkett, der Burgkeller glich wahrhaftig einem kochenden Hexenkessel. Gut dass es da das Prinzenpaar gab, das alles überwachte, den Elferrat und die Faschingspolizei, die ihrerseits die Besen bereit hielt. Am kommenden Montag werden die Elsterberger nochmal aktiv sein beim Greizer Rosenmontagsumzug. Dann wird sich auch das Prinzenpaar erstmal wieder verabschieden. "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge", wie Christian Mesch verriet.