"Es war ein reguläres Tor!"

Fußball VfB Auerbach verliert unglücklich gegen Tabellenführer Carl Zeiss Jena

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Alexander Mattern (rechts) machte gegen Carl Zeiss Jena ein ganz tolles Spiel. Doch nach überragender Leistung verlor der VfB Auerbach mit 0:1, weil man acht Großchancen versiebte. Foto: Marcus Schädlich / Pressebüro Repert

Auerbach. Das war ganz bitter. Der VfB Auerbach hat die erste Niederlage in diesem Jahr kassiert. Und das durch ein Gegentor, welches Spitzenreiter Carl Zeiss Jena vielleicht irregulär erzielt hatte? Nach der 0:1-Heimnierlage jedenfalls schimpfte ein Teil der VfB-Verantwortlichen wie wild. Andere hingegen hatten gar nichts gesehen. Was war passiert?

Der VfB Auerbach war in diesem Flutlichtspiel die bessere Mannschaft. Alexander Mattern (2.), Danny Wild (17.) und Philipp Müller (19.) besaßen richtig gute Chancen. Zudem hätte Schiedsrichter Johannes Schipke (Landsberg) nach einem Rempelzweikampf von Danny Wild und dem Jenenser Guillaume Cros auch auf Strafstoß für Auerbach entscheiden können.

Bei misslichem Nieselregen spielten so die Emotionen eine große Rolle. Genau in dieser Phase zeigte Jena seine Spitzenreiter-Mentalität. Ein toller Lupfer von Niklas Erlbeck überraschte die VfB-Deckung. Florian Dietz verarbeitete das Leder exzellent und traf nach Ballannahme und Drehung in DFB-Lehrbuchmanier zum 0:1 (25.). Dass im seitlichen Rücken des Torschützen Marcel Sieber zu Boden gegangen war, viele hatten es nicht gesehen. Beim Torschuss - so glaubten dann die Leute im Nachgang - trafen wohl der Kopf des Auerbacher Abwehrmannes und die Elle des Jenaer Angreifers aufeinander. Es floss Blut. Sieber konnte mit Turban weiterspielen. Und es stand die Frage im Raum, ob es hätte Freistoß geben müssen. Nein!

Dem BLICK gestand heute VfB-Torwart Stefan Schmidt: "Ich denke, dass ich meinen Kumpel beim Rettungsversuch getroffen habe. Gesehen hat das deshalb keiner, weil genau in dem Moment der Ball in die Maschen ging. Es war ein reguläres Tor."

Ärgerlich aus Auerbacher Sicht: Schon im Hinspiel (0:2) nutzte der FC Carl Zeiss den Spitzenreiter-Glücksbonus. VfB-Manager Volkhardt Kramer betonte vor dem gestrigen Anpfiff "dass wir in der Lage sind, diese Mannschaft zu schlagen. Wir haben das in Jena gesehen. Und wollen es heute besser machen."

Fußball und Beruf müssen unter einen Hut gebracht werden

So rieben sich dann 1.300 Zuschauer auch die Augen, weil der VfB Auerbach im zweiten Durchgang immer mehr Druck erzeugte. Am Ende brachten es die Drei-Türme-Städter auf 8:3 Chancen. Doch wenn Großchancen nicht verwandelt werden, muss am Ende keiner über den Schiedsrichter schimpfen, wenngleich dieser gestern ziemlich oft kritisiert wurde von den Einheimischen.

VfB-Trainer Michael Hiemisch war hin und her gerissen: "Das ist verrückt: Ausgerechnet unser bestes Spiel verlieren wir." Was die Auerbacher in diesen Tagen leisten, ist bemerkenswert. Denn wegen der vielen Spielausfälle müssen die durchweg berufstätigen Spieler derzeit "englische Wochen" bestreiten. Das heißt am Beispiel von Torwart Stefan Schmidt: "Ich bin gestern nach diesem aufregenden Spiel etwa 1 Uhr eingeschlafen, musste 6.30 Uhr wieder raus, bin jetzt auf Arbeit und habe auch in den nächsten Tagen nur Arbeit, Training und Punktspiele im Visier."

Auerbach spielt am Sonntag (13.30 Uhr) in Fürstenwalde und am kommenden Mittwochabend (19 Uhr) zu Hause gegen Neustrelitz.