Falkenstein verliert Auszubildende des Gastronomiebereichs

Ausbildung IHK zeigt sich von Entscheidung geschockt

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IHK-Präsident Hagen Sczepanski. Foto: Karsten Repert

Plauen/Falkenstein. Weil nur 14 Auszubildende in Falkenstein eine Ausbildung im Gastronomiebereich beginnen wollten, hat das Kultusministerium in Dresden Tatsachen geschaffen. Wegen zwei fehlender Schüler kommt es zur Verlagerung der Restaurant- und Hotelfacharbeiter-Fachklasse aus der Berufsschule "Anne Frank" Falkenstein nach Schneeberg.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) schlägt deshalb Alarm. Sie fordert die Rücknahme dieser Entscheidung. "Das Präsidium der IHK-Regionalkammer Plauen sowie die Geschäftsführung sind geschockt und stinksauer über die Entscheidung des Kultusministeriums", heißt es in einer Erklärung, die nach Dresden geschickt wurde. Die Kammer will sich nicht damit abfinden, dass der regional wichtige Ausbildungsbereich (wie bereits berichtet) auf Dauer "abwandert".

Angst vor Aussterben der Berufsbilder

Präsident Hagen Sczepanski erklärte am Montag auch warum: "Wir sind eine Tourismusregion, die jetzt schon im Bereich Gastronomie und Hotellerie Probleme hat." Gastro-Experten betonen schon seit Bekanntwerden der Dresdner Pläne (im Mai 2017), dass die für Jugendliche ohnehin eher unattraktiven Berufsbilder im Vogtland fast aussterben werden, wenn nicht mehr vor der Haustüre ausgebildet wird.

Denn die Lücke ist bereits jetzt riesig. Das sagen die Wirtsleute in den Gaststätten, aber auch die Zahlen. Aktuell sind derzeit nur 100 von den benötigten 180 Auszubildenden in einer Lehre. Das riesige Minus führt unweigerlich zu mehr Lohnaufwand, danach zu höheren Preisen, das wiederum zu Gästeschwund und zu einem Standortnachteil.