Falkensteiner Sporthalle nach Nazi benannt?

Gesellschaft Stadtrat debattiert derzeit über die Namensgebung

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Für große Aufregung sorgt die Namensgebung der Falkensteiner Sporthalle. Foto: Thomas Voigt

Im Falkensteiner Stadtrat brodelt es. Grund ist die nach Gotthard Schettler benannte Sporthalle am Jahnplatz. Der 1917 in Falkenstein geborene Mediziner ist in der Nachkriegszeit als verdienstvoller Arzt mehrmals national und international ausgezeichnet worden und seit 1992 Ehrenbürger Falkensteins. Allerdings soll der 1996 verstorbene Internist auch ein strammer Nazi gewesen sein.

Schettlers Rolle soll nun untersucht werden

Ins Rollen brachte die Debatte der ehemalige Linken-Stadtrat Rolf Steiniger. Er sprach von einem fatalen Zeichen für die Region und verantwortungslosem Handeln seitens der Stadt. Schettler soll Mitglied der NSDAP und zudem Thüringer Gaustudentenführer gewesen sein. Aus Sicht Steinigers muss der Namenszug wieder verschwinden.

Die Gemüter in Falkenstein sind aufgebracht. Auch Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) zeigte sich von den Entwicklungen rund um die Namensgebung der Halle überrascht. Schettlers Rolle während und nach der NS-Zeit soll nun gründlich untersucht werden.

Rathauschef möchte ein objektives Gutachten

Der Rathauschef plädiert für ein objektives Gutachten auf wissenschaftlicher Basis. Man wolle den Vorwürfen und Bedenken nachgehen, versicherte das Stadtoberhaupt. Trotz differenzierter Sichtweisen stimmten die Stadträte zur jüngsten Ratssitzung einem Positionspapier zu, in dem sie grundsätzlich und geschlossen die Ehrung Schettlers rechtfertigen.

In der Fachwelt galt der Arzt als einer der führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Atherosklerose-Forschung. Für seine Leistungen wurde Schettler mit dem großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik geehrt.