Feuerbakterium in Pausa: So reagieren die Behörden

Umweltschutz Pufferzone für 5 Jahre verhängt

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Die neue Mitarbeiterin für Xylella in der Plauener Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Carolin Gembè. Der rote Kreis auf der Landkarte kennzeichnet die Pufferzone im Radius von zehn Kilometer vom Befallgebiet. Foto: Simone Zeh

Pausa. Ihre Sorgen und Fragen brachten in Pausa Bürger und Einzelhändler bei der Versammlung vor, welche das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie veranstaltete. Thema war das Feuerbakterium, der Pflanzenschädling, der weiterhin in Atem hält. Neu ist, dass es jetzt für die Vogtländer eine Ansprechpartnerin vor Ort gibt.

Muss ich meine Kundschaft jetzt fragen, wo sie herkommt? Oder wo sie die Pflanzen hinbringt? Wie sieht es mit einer Entschädigung für die Betroffenen aus? Und was ist mit Pflanzen, die es beim Discounter gibt?

Das waren die Fragen, die den Einzelhändlern, die mit Blumen und Pflanzen, Gartenbau sowie Forst zu tun haben, unter den Nägeln brannten und die sie den verantwortlichen Mitarbeitern vom sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie stellten. Dabei ging es vor allem um das richtige Verhalten in der Pufferzone, das heißt, im Radius von zehn Kilometer um das Befallgebiet in Pausa herum.

"Es reicht nicht, wenn wir es den Kunden sagen, dass sie bestimmte Pflanzen nicht rausbringen dürfen", war eine Meinung. "Wir brauchen Aushänge, welche Pflanzenarten es betrifft, das ist ganz wichtig. Die Pflanzzeit beginnt jetzt." Ein konkrete Antworte hatte Maureen Möwes, Referentin für Pflanzengesundheit im Amt in Nossen, nicht parat. "Wir müssen an die Verantwortung jedes Einzelnen appellieren."

Händler sehen ihre Existenz gefährdet

Und wenn der Kunde die Anweisung nicht befolgen, sei er selbst verantwortlich, nicht der Händler. Dass es keine Regelung für eine Entschädigung der Händler gibt, weil sie bestimmte Pflanzen nicht aus der Pufferzone heraus verkaufen dürfen, dafür brachten die Anwesenden kein Verständnis aus. Dabei sei es ja so, meinte ein Betroffener, wenn man etwa keine Tomatenpflanzen aus der Zone hinaus verkaufen dürfe, würden die Kunden auch alles andere an Pflanzen gleich woanders kaufen. Das könne die Existenz gefährden.

Konstanze Schumann vom Verein Arbeitsloseninitiative Sachsen riet den Händlern, dennoch einen Antrag auf Entschädigung zu stellen. Die Verantwortlichen beschwichtigten und meinten, dass sie die Sorgen und Nöte mit ins Ministerium nehmen würde. Jetzt aber könne man nichts tun, da die gesetzliche Grundlage fehle. Es wäre zudem das erste Mal überhaupt gewesen, dass eine Entschädigung, wie sie der Gartenbaubetrieb in Pausa erhalten habe, gezahlt worden sei. Jonny Ansorge, Bürgermeister von Pausa-Mühltroff, bat zu prüfen, ob eine Gesetzesänderung für eine Situation, die es erstmalig gebe, möglich sei. Denn: "Jeden Tag werden Gesetze geändert."

Neue Expertin für das Feuerbakterium eingestellt

Im Vogtland wird das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auch weiterhin tätig sein. "Wir haben extra einen Referenten für Xylella eingestellt, der das ganze Projekt leitet", sagte Dr. Gunter Schmiedeknecht, Leiter des sächsischen Pflanzenschutzamtes. Und, das ist ganz neu im Vogtland: Ab dem heutigen Montag gibt es eine zusätzliche Mitarbeiterin in der Plauener Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Carolin Gembè, die aus dem Rheinland stammt und zuletzt am Institut für Umweltforschung in Aachen tätig war, wird für die nächsten acht Monate Ansprechpartnerin zum Thema Xylella im Vogtland sein.

"Ab Mai wird es wieder Kontrollen in der Pufferzone geben", blickte Maureen Möwes auf das weitere Vorgehen des Landesamtes voraus. Die Blumenläden und der Einzelhandel erhalten Informationen. Es gibt Sichtkontrollen und Pflanzenentnahmen sowie Kescherfänge der Zikade, die das Feuerbakterium übertragen kann. Das Anbau- und das Verbringungsverbot werden überwacht.

"Das betrifft etwa 200 Pflanzenarten. Das bedeutet, dass diese zwar in die Pufferzone gebracht, aber nicht herausgebracht werden dürfen", so Maureen Möwes. Dazu gehören etwa Kohl-, Aubergine- und Tomatenpflanzen, Kirsch- und Pflaumenbäume (nicht die Früchte), Lavendel, Rosmarin, Zitronenmelisse, Dattelpalme.

Infektionskette abgeschnitten?

Die Verschleppung innerhalb der Pausaer Gärtnerei habe man nicht aufklären können, so Möwes. Nach dem Oleander, mit dem alles begann, waren drei weitere befallene Pflanzenarten entdeckt worden. Deshalb habe man die Kompletträumung angeordnet. "Wir hoffen, jetzt die Infektionskette abgeschnitten zu haben." Für fünf Jahre gilt die Region um Pausa als Pufferzone.

Die neue Mitarbeiterin für Xylella in der Plauener Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Carolin Gembè ist telefonisch unter 03647/103149 erreichbar. Sprechzeiten in der Europaratstraße 7 in Plauen sind Dienstag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr sowie Donnerstag 9 bis 12 Uhr und 13 bis 15.30 Uhr.