Frische Luft für den Oberen Bahnhof

Gemeinschaftsaktion Schmuddelvitrinen in Plauen sind endlich Geschichte

Plauen. 

Plauen. Der Obere Bahnhof war einst der ganze Stolz von Plauen. Genau vor 45 Jahren (1973) wurde das neue Empfangsgebäude mit seiner markanten Glas-Alufront eingeweiht. Heute steht diese Fassade unter Denkmalschutz. Einst nutzten etwa 10.000 Reisende täglich den Knotenpunkt. Von hier aus fuhren sogar zahlreiche Fernverkehrs- und auch internationale Fernzüge wie der Karlex.

Es ging lange Berg ab

Mit dem Fall der Mauer und dem Niedergang der ehemaligen DDR verlor auch der Plauener Bahnhof immens an Bedeutung. Mochten die Plauener mit dieser Tatsache noch ganz gut klarkommen, so erregte der Zustand der Gleiszugänge immer häufiger die Gemüter. Weil der zentrale Knotenpunkt des Schienenverkehrs im Vogtland von der Deutschen Bahn unterhalten, betrieben und nur wenig beachtet wird, interessierte dort Kritik offenbar niemanden.

Vor allem die Schmuddelvitrinen stießen den Reisenden auf. Der Hit: Man warb bis vor kurzem sogar noch für das Vogtland Regional Fernsehen. Der Sender hatte bereits 2015 seinen Betrieb eingestellt. Erst als der Landtagsabgeordnete Frank Heidan (CDU) nicht mehr locker ließ, bewegte sich endlich was.

"Der erste Eindruck für Reisende war grauenvoll!"

Der Plauener erinnert sich: "Meine Kritik Ende vergangenen Jahres am trostlosen Zustand der Vitrinen am Oberen Bahnhof zeigte Wirkung. Aber es waren mehrere Gespräche mit den Verantwortlichen nötig." Frank Heidan pochte darauf, "dass es unser Bahnhof ist und dass es sich um eines der Schaufenster von Plauen handelt. Der erste Eindruck für Reisende war grauenvoll!" Die Deutsche Bahn und die zuständige Firma Ströer mit Sitz in Köln, sie kamen dann doch noch in die Gänge. Und weil sich im weiteren Verlauf der Verkehrsverbund Vogtland und die Stadtverwaltung Plauen mit stark machten, ist Bewegung in die Sache gekommen.

Reisende werden jetzt freundlich willkommen geheißen

VVV-Pressesprecherin Kerstin Büttner: "Vom Verkehrsverbund Vogtland wurden die ersten Vitrinen gestaltet und beklebt, die modern und anziehend für die Reisenden und Gäste der Stadt gestaltet wurden." Dafür wurden die Vitrinen für fünf Jahre gemietet und die Scheiben entsprechend der finanziellen Möglichkeiten professionell mit Postern und Fotos beklebt.

Ein Drittel der "Schaufenster" wurde mit Nahverkehrsthemen gestaltet. Das zweite Drittel der Vitrinen zeigt Plauen von seinen schönsten Seiten. "Es ist eine tolle Gemeinschaftsaktion, um Reisende freundlich willkommen zu heißen", freut sich Plauens Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger. kare