Für gute Arbeit gibt's mehr Geld

Auftragsboom Die Gett Gerätetechnik in Treuen wächst unaufhörlich

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Bei Gett in Treuen gibt es viel Arbeit. Das Unternehmen muss erneut Mitarbeiter einstellen. Foto: Pressebüro Repert

Treuen. Noch immer sucht die Gett Gerätetechnik in Treuen Produktionsarbeiter. Vor zwei Wochen hatte der BLICK vom Auftragsboom erfahren und unter dem Titel "Vom Vogtland bis ans andere Ende der Welt" über den Industriebetrieb berichtet. Gett produziert hauptsächlich Spezial-Tastaturen für PCs oder Bedienelemente, die aus verschiedenen Gründen zum Beispiel staub- und wasserdicht sein müssen.

Das international agierende Unternehmen produziert vor allem deshalb in Treuen, weil dieser Standort ein wesentliches Qualitätsmerkmal sichert. Denn der Fleiß der Vogtländer und deren Einstellung zur Arbeit hatten der Gett Gerätetechnik GmbH in 2016 stolze 15,6 Millionen Euro Jahresumsatz eingebracht. 170 Mitarbeiter haben dieses Geld erwirtschaftet. Die Treuener erobern vom Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt (A72) weiter den Weltmarkt. "Aber genau das ist unser Problem", stellte Gett-Geschäftsführer Pierre Beer vor zwei Wochen klar. Denn mit dem sensationell steigenden Auftragsvolumen steigt auch der Bedarf an Arbeitskräften.

Weil gerade in Asien ein Verdrängungs-Wettbewerb herrscht, können die Treuener auch keine Aufträge abgeben. So etwas ist tödlich. Mit der Gründung einer Unternehmenstochter ist Gett inzwischen auch in Hongkong vertreten. Die damit verbundene Eigendynamik bereitet dem Unternehmen jetzt Probleme. Denn immer mehr Auftraggeber erkennen die Qualität aus dem Vogtland. Tag für Tag treffen neue Anfragen und Aufträge aus dem Büro in Hongkong ein. Der BLICK hat von diesem glücklichen Umstand erfahren und nachgefragt.

Tino Pietzsch ist Geschäftsführer für den Fertigungsbereich: "Obwohl wir schon eine Weile über Mindestlohn bezahlen, gibt es auch jetzt noch immer freie Arbeitsplätze", räumte Pietzsch diese Woche ein. Noch nie in der Firmengeschichte gab es so viel zu tun. "Technische Ausrüstung bekommt man prinzipiell ohne weiteres zu kaufen. Aber die Gewinnung von neuen Mitarbeitern ist schwierig", stellt der Fertigungsleiter fest. Internetinfo: www.gett.de.

In der Agentur für Arbeit stellt Chefin Helga Lutz fest: "Im Vergleich zum Vorjahr hält die gute Entwicklung weiter an. Aktuell sind über 2.600 freie Stellen gemeldet. Die Unternehmen suchen häufig gut ausgebildete Fachkräfte und nicht alle Arbeitslosen erfüllen diese Voraussetzungen."