Ganz bescheiden und mit Respekt

Fußball Der VFC ist drei Pflichtspiele ungeschlagen, aber kein Favorit

Plauen. Immer wieder ist der VFC Plauen (11. Platz | 5:11 Tore | 4 Punkte) hingefallen. Der Fußball-Oberligist wurde von manch einem mitunter sogar schon belächelt. Dass es im Vogtlandstadion trotz eines beispiellosen Aderlasses an Spielern, Funktionären und Hoffnungen weitergegangen ist, das verdankt der 1903 gegründete Verein der Treue. Denn es wäre anders gekommen, wenn sich zum Beispiel kein neuer Vorstand gefunden hätte. Im Schatten der vielen Diskussionen haben sich die zuvor noch erfolglosen Vogtländer jetzt beinahe unbemerkt eine kleine Serie erkämpft. Seit drei Pflichtspielen sind die Plauener ungeschlagen. Wann hat es das zuletzt gegeben?

Es geht zum Schlusslicht der Liga

Und dann dürfen die Spitzenstädter an diesem Samstag, 14 Uhr, auch noch beim Schlusslicht der Liga antreten. Prompt steigen die Erwartungen. Denn der VfB Krieschow (16. Platz | 4:17 Tore | 0 Punkte) rangiert nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge scheinbar auf dem Abstellgleis. Aber Vorsicht! Das Schlusslicht der Liga steht statistisch gesehen kurz vor dem ersten Punktgewinn und Krieschow will die Rote Laterne natürlich loswerden. Das Wasser im Spree-Neiße-Gebiet soll nicht noch weiter steigen. Zuletzt war man in der Meisterschaft bei Askania Bernburg (3:5) und im Brandenburg-Pokal gegen Luckenwalde (0:1) zuletzt schon nahe dran. Damit ist klar, wie gefährlich für den VFC Plauen diese Auswärtsfahrt nach Krieschow ist.

Der Verein ist geerdet und bodenständig

Deshalb meldete sich vor dem Spiel Neu-Präsident Thomas Fritzlar auf Nachfrage des BLICK öffentlich zu Wort. "Das Tabellenbild ist vollkommen egal. Als Verein und als Mannschaft haben wir keinen Grund, uns in irgendeiner Form über einem anderen zu wähnen." Mit diesen Worten möchte Thomas Fritzlar "zum Ausdruck bringen, dass wir uns in dieser Saison in keinem Spiel zum Favoriten machen lassen sollten." Vor dem Match in Krieschow fordert der VFC-Präsident: "Wir müssen immer und gegen jeden Gegner kämpfen. Das haben wir in Oelsnitz gesehen. Wir sind gut beraten, niemanden zu unterschätzen und mit gesundem Respekt vor dem Gegenüber unser Bestes zu geben." Übrigens fragt sich das Vogtland schon die ganze Zeit: Weshalb tut sich Thomas Fritzlar das an? Es sind doch schon so viele in den letzten Jahren gescheitert...

Deshalb ist Thomas Fritzlar Präsident geworden

BLICK hat die Frage dem neuen Frontmann gestellt. Die Antwort von Thomas Fritzlar ist überraschend. "Ich saß bei so vielen Spielen auf der Tribüne. Als Fan. Der fortwährende Niedergang im Vogtlandstadion hat mir genau wie vielen anderen wehgetan. Und ich finde: Das hat dieser, so etwas hat kein Verein verdient. Wer von 1903 bis heute überlebt hat, der hat ganz sicher auch jetzt eine Chance. Viele sprechen von einer unlösbaren Aufgabe. Aber ich glaube, der VFC kann es schaffen", sagt der Geschäftsführer, der ziemlich erfolgreich zusammen mit Ingo Knoll den Lebensmittelgroßhandel Christel Knoll in Plauen-Oberlosa leitet.