"Gegen Gewalt im Stadion hilft nur, dass alle genau hinsehen"

Ausstellung Fanprojekt Vogtland fasst heißes Eisen an

Plauen. Was ursprünglich ein Problem für Fußballfunktionäre war, hat jetzt gesellschaftliche Konsequenzen. Denn die Gewalt im Stadion ist kein Phänomen, das im Schatten des runden Leders groß geworden ist. Es gilt für alle Menschen zu verstehen, was da überhaupt passiert in den Köpfen der meist jungen Übeltäter. Sie zünden verbotener Weise bengalische Großfeuer neben Vater und Sohn. Es wird sich vor und im Stadion geprügelt. Immer häufiger haben ganz norme Fußballfreunde vor den sogenannten Fans sogar Angst. Volker Herold ist hauptberuflich im Einsatz, um für den Verein Fanprojekt Plauen-Vogtland e.V. sozialpädagogisch Aufbauarbeit zu leisten. Noch haben Staat und Öffentlichkeit nach Meinung vieler Experten nicht so richtig verstanden, dass sich die entwickelnde Bewegung nur durch Information und aktives Handeln umkehren lässt. Mit der Ausstellung "Strafraum Sachsen" setzt sich nun eine Galerie mit den Themen Gewalt und Diskriminierung im Breitenfußballsport auseinander. "Diskriminierende Verhaltensweisen auf Kreisebene erregen oft wenig Aufsehen. Nicht selten bleiben diese Unarten unter den Sporttreibenden und den Zuschauern unwidersprochen", zeigt Volker Herold das erste Grundübel auf. Die Folge des Wegsehens: Es wird immer verrückter. Neue Generationen von Fußballfans wachsen heran. Sie bekommen von den großen Klubs Stadionverbot. Also sucht man sich andere Betätigungsfelder. Was keiner hören möchte: Betroffen ist auch das Vogtland! Vergangenes Wochenende erst überraschte eine 15-köpfige Gruppe von Dynamo-Dresden-Fans die C-Jugendkicker (13/14 Jahre) und deren Eltern im Vogtlandstadion. Dort trafen die Kids des VFC Plauen auf gleichaltrigen Kontrahenten aus der Landeshauptstadt. Es gab einen richtigen Polizeieinsatz. Die Ausstellung ist vom 22. bis 26. Plauener Rathaus zu gast.