Geheimwaffe "alter Fritz"

Fußball Plauen besiegt Jena knapp mit 2:1

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Das Hinspiel hat der VFC mit Ivan Franjic (Mitte) 3:0 gewonnen. Können die Plauener auch am Ostersamstag punkten? Foto: Oliver Orgs / Pressebüro Repert

Plauen. Immer dann, wenn noch dieses eine Tor gebraucht wird, dann fällt den Trainern Stefan Fritzlar ein. So war es auch gestern Abend. Im Vogtlandstadion rannte der VFC Plauen scheinbar vergeblich dem Siegtreffer gegen den SV Schott Jena nach. Dann brachte Trainer Nico Quade den "alten Fritz". Und schon bejubelte der Fußball-Oberligist den so wichtigen 2:1-Sieg.

Dabei gehört Stefan Fritzlar mit 29 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen. Allerdings gehört der Vollblutstürmer gar nicht zum Oberliga-Kader des VFC. Weil sich jedoch bei den Plauenern verletzungsbedingt die Reihen ziemlich gelichtet haben, rief die "Erste" beim Torjäger der zweiten Mannschaft an.

Für den Aushilfsstürmer wird es ein unvergesslicher Abend bleiben. Denn als sich beim Aufwärmen auch noch der angeschlagene VFC-Stürmer Patrick Grandner (6 Tore) verletzt abmelden musste, ahnten die Pessimisten schon nicht Gutes. Nachrücker Stefan Fritzlar hatte kaum auf der Auswechselbank platz genommen, das polterte der 19-jährige Nils Bauer im Strafraum seinen Gegenspieler um. Den Foulelfmeter verwandelte Maximilian Enkelmann (10.) zum 0:1 und im Vogtlandstadion wurde es ungemütlich.

Das 0:1 war ein ziemlicher Schock

In den Köpfen der Plauener Spieler ratterte es jetzt. Sie hatten erst vergangene Woche in Barleben (0:2) verloren. Barleben gilt als VFC-Angstgegner. Drei Niederlagen in Folge gab es. Das ist peinlich. Und auch Schott Jena hatte der VFC dreimal in Folge nicht besiegen können (nur ein Punkt).

Wenn man aber eines den Männern um Kapitän Stefan Schumann nicht vorwerfen kann, dann ist es fehlender Charakter und Kampfgeist. "Macht weiter! Wir müssen das jetzt noch umbiegen, das Ding." Die Schreie vom "Capitano" und der Wille aller Plauener Spieler sollte von da an die Szenerie bestimmen. Es klappte vieles nicht. Aber spieltechnisch wirkte der Gastgeber um den auffälligen Ivan Franjic von Minute zu Minute sicherer.

Kapitän Stefan Schumann macht den Sieg perfekt

Der VFC erkämpfte sich das Quäntchen Glück, was in vielen Spielen zuvor fehlte. Und als Kai Zimmermann nachsetzte, machte Schott-Torwart Brian Gheorghiu den entscheidenden Fehler. Der Jenaer Keeper schoss den Plauener beim Rettungsversuch ans Knie. Das Leder landete zum 1:1-Ausgleich (33.) im Gäste-Tor.

Sechs gute Chancen konnte der VFC nicht nutzen. Also brachte Trainer Nico Quade den eingangs erwähnten Stefan Fritzlar. Der köpfte zuerst an die Querlatte (86.). Und dann wurde Fritzlar, der im Jenaer Strafraum alles durcheinander brachte, gefoult. Kapitän Stefan Schumann (90.+2) verwandelte in der Nachspielzeit den Strafstoß zum 2:1-Sieg.

Ostersamstag geht es weiter

Am Ostersamstag spielt der VFC Plauen 14 Uhr in Gera. Die BSG Wismut war vergangene Saison als 15ter sportlich abgestiegen. Gera profitierte von Rückzügen anderer Vereine, blieb in der Oberliga und stellte sich neu auf. Unter anderem kam Trainer Carsten Hänsel von Rot-Weiß Erfurt II. Im Laufe der Zeit fruchtete die Arbeit des neuen Trainers. Plauen gewann zwar die letzten drei Spiele gegen Gera (3:1, 1:0, 3:0). Die kleine Wismut ist aber nicht grundlos in der Tabelle vorbeigezogen. Im Stadion der Freundschaft feierte Gera zuletzt vier Heimsiege in Folge.