Geht die Theater-Ehe in die Brüche?

Zerwürfnis Keine Einigung im Vertrag zwischen Zwickau und Plauen

Plauen/Zwickau. 

Plauen/Zwickau.In der Theaterlandschaft Plauen-Zwickau rumort es gewaltig. In der jüngsten Sitzung lehnte der Plauener Stadtrat den neu ausgehandelten Vertrag mit der Stadt Zwickau ab. Inhaltlich ging es um den Ausstieg aus den langjährigen Haustarifverträgen. Die fast 300 Beschäftigten verzichten seit vielen Jahren auf Teile ihres Gehalts. Im Gegenzug erhielten sie Kündigungsschutz und Freizeitausgleich.

Knackpunkt der Ablehnung sind die Zuschuss-Anteile. Bisher hatte die Spitzenstadt einen Anteil von 40 Prozent. Dieser sollte nun auf 32,5 Prozent gesenkt werden. Die Folge wären weniger Aufsichtsräte und Mitspracherechte in der gemeinsamen Theatergesellschaft. Genau das schmeckte den Plauener Stadträten nicht. Im Vorfeld gab es zudem Irritationen bei Beratungen mit Vertretern des Zwickauer Stadtrates. Von gravierenden Disharmonien war die Rede.

Eine Einigung ist noch nicht in Sicht

Und das ausgerechnet zu einer Zeit, als die Landesregierung mit einem Kulturpakt den Ausstieg aus den Haustarifen mit 70 Prozent fördern will. Den Rest müssten die Träger selbst aufbringen. Plauen sieht sich aber nicht in der Lage, seinen Beitrag gleichwertig mit der Schumannstadt aufzubringen.

Vor der Abstimmung warb Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) mit seiner Zwickauer Amtskollegin Pia Findeiß (SPD) für das Zustandekommen eines neuen Vertrages. Damit wäre die Finanzierung der Bühnen bis 2022 abgesichert gewesen. Wie das Zerwürfnis gekittet werden kann, ist im Moment unklar. Die Beschäftigten dürften auf jeden Fall enttäuscht sein.