Genug Arbeit im Vogtland

Jobbörse 2.500 Besucher wollten wissen, welche Berufe zuhause greifbar sind

Wo andere Urlaub machen, dort arbeiten Vivien König und ihre Kollegen rund um die Uhr. Der IFA-Ferienpark in Schöneck ist gerade erst am Mittwoch in der Industrie- und Handelskammer in Plauen groß ausgezeichnet worden. Das Expertenurteil sagt: Die Mannschaft von Hoteldirektor Thomas Jahn bewirtschaftet die 1.032 Betten auf zehn Etagen seit Jahren so niveauvoll, dass nun ein weiteres Gütesiegel fällig wurde. Doch mit Blickrichtung Zukunft stellte IFA-Chef Jahn bereits während des 14. Vogtländischen Tourismustages klar: "Es wird immer schwieriger, junge Menschen zu finden, die in unserer Branche arbeiten möchten." Das konnte Nadine Herzig vorgestern zur Ausbildungsbörse in der Plauener Festhalle nur bestätigen. Als Assistentin des Hoteldirektors betreute die Frau den Stand des Ferienparks. 2.500 Besucher wurden von der Arbeitsagentur und der IHK gezählt. Sie alle wollen einen Job. "Wer bei uns gut ist, den behalten wir ganz sicher", versprach Nadine Herzig. Ihr Unternehmen zahlt Lehrlingen mehr Geld und investiert besonders viel Zeit und Kompetenz in deren Ausbildung. Die 18-jährige Vivien König warb als angehende Köchin im dritten Lehrjahr mit für ihren Betrieb. "115 namhafte Unternehmen aus nahezu allen Wirtschaftsbranchen stellten sich heute den Jugendlichen und ihren Eltern vor", zeigte sich Pressesprecherin Silke Steinkampf von der Arbeitsagentur sehr zufrieden. So wie Nadine Herzig im IFA-Hotel, arbeitet auch Jens Göhrisch seit seiner Lehrzeit im gleichen Betrieb. Der 28-Jährige aus Ranspach ist in Pausa bei Linhardt als Industriemechaniker beschäftigt. "Ein Beruf mit Zukunft", ist sich der Linhardt-Ausbilder sicher. Auch in Pausa tut man alles, um die Jugend im Vogtland zu halten. "Wir haben erst vor drei Wochen einen ersten Kennenlernabend mit allen Azubis, den Ausbildern und weiteren Lehrkräften veranstaltet", erzählte Heike Orgs, im Unternehmen verantwortlich für das Personalmanagement. Gemeinsam hatte man gekocht und so den berühmten Draht zueinander gefunden. Michael Barth, Geschäftsführer der IHK-Regionalkammer Plauen, zog ein positives Gesamtfazit: "Die Jugendlichen haben Möglichkeiten und Chancen in der Region entdeckt und sie sind somit bestens informiert."