Gerichtshof schwächt Apotheken

Urteil In den Apotheken geht die Angst um

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Apothekerin Daniela Hänel macht sich Sorgen.Foto: Karsten Repert

Plauen/Auerbach. Kommen nun auch die Apotheken unter die Räder? Es geht um ziemlich viel im Vogtland. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im vergangenen Jahr mit seinem Urteil zur deutschen Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel ein System aus den Angeln gehoben, in das aktuell 20.000 deutsche Apotheken eingebunden sind. Apothekerin Daniela Hänel spricht das aus, was ihre Zunft im Vogtland schon lange bemängelt: "Die Apotheke auf dem Land hat den Sozialstatus eines Tante-Emma-Ladens. Als Apotheker bin ich Ansprechpartner, Bezugspunkt und oft auch Seelsorger von vereinsamten Menschen." Das EuGH-Urteil erlaubt nun noch mehr Konkurrenzkampf zwischen Versandhandel und stationärem Geschäft. Viele sprechen von einem scheinbar ungleichen Wettbewerb. Es gibt aber durchaus auch andere Stimmen. Fest steht jedoch: Das Apothekennetz wird bundesweit von etwa 155.000 Beschäftigten geknüpft. Jetzt ist die Politik am Zug. Die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas (CDU) war kurz vor Weihnachten von sieben Apothekern aus dem Göltzschtal um Hilfe gebeten worden. Sie teilte mit: "Den Gesetzentwurf, den Versandhandel von rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland zu verbieten, unterstütze ich."