Greiz als Wirtschaftskraft: Steinzeugen erinnern

Kultur Ausstellung "Greiz - Stadt der Millionäre" im Unteren Schloss

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Praktikantin Viktoria Toraskova und Museumsdirektor Rainer Koch zeigen eine Ansicht der Carolinenstraße um 1890. Foto: Simone Zeh

Greiz. Prächtige Giebel, zierliche Türmchen, schmucke Hausfassaden mit Ornamenten wie Engel und Löwenkopf - wie oft geht man achtlos durch die Straßen einer Stadt, ohne auf bauliche Besonderheiten zu achten. Die Stadt mit ganz anderen Augen sehen, dazu regt die Ausstellung "Greiz - Stadt der Millionäre" im Unteren Schloss von Greiz an.

Über Greiz und seine Residenzarchitektur

Die Mitglieder des Fotoclubs Greiz widmeten sich den Baudenkmalen der Stadt und haben mit ihren Fotografien architektonischer Details sowie filigraner Gestaltungselemente entdeckt und im Bild festgehalten. Ob beeindruckende Villen oder stolze Bürgerhäuser, Greiz verdankt seine überregionale Bezeichnung als "die Perle des Vogtlandes" der Erhaltung seiner Residenzarchitektur.

Als Erinnerung an Greiz als ehemalige Wirtschaftskraft

"Sie dokumentieren bis heute als steinerne Zeugen die außerordentliche Wirtschaftskraft im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert", erklärt Museumsdirektor Rainer Koch. "Bauherren waren überwiegend Kaufleute und Fabrikanten. Oftmals gehörten zu diesen Villen große Fabriken mit mächtigen Schornsteinen, die den Ruf von Greiz als "Stadt der Stoffe" symbolträchtig rahmten. Grundlage für diese wirtschaftliche Entwicklung bildete die eigenständige Wirtschaftspolitik des bis 1918 souveränen Landes Fürstentum Reuß älterer Linie mit der Hauptstadt Greiz."

Ausstellung fast täglich geöffnet

Die Industrialisierung dieser Zeit war eng mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes sowie dem beständigen Zuzug der Landbevölkerung verknüpft. Bahnhöfe und Mietskasernen entstanden. Städteplanerisch prägten diese Jahrzehnte auch Greiz nachhaltig und sind bis heute im Stadtbild sichtbar. Geöffnet ist die Schau von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr.