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Grobau hat's gemeinsam geschafft

Aktuell Dorf feiert die offizielle Einweihung der zentralen Kläranlage

Ganz Grobau schien in Feierlaune zu sein. Ortsvorsteher Wolfgang Sörgel strahlte zur offiziellen Einweihung der Kläranlage. Er hatte es geschafft, seine Grobauer in vier Jahren von einer zentralen Abwasserlösung zu überzeugen. Dafür bekam er jede Menge Dankesworte zu hören. Einwohnerin Helga Schmidt sagte: "Er war der Fels in der Brandung." Er habe einen langen Atem bewiesen, Geduld gehabt und Überzeugungsarbeit geleistet. "Es gibt ja auch viele ältere Leute im Dorf. Eine eigene biologische Kläranlage zu bauen, wäre für sie ein Kraftakt gewesen." In Grobau hatte es nicht wie in manch anderen Orten eine Arbeitsgruppe gegeben, die sich mit der Abwasser-Problematik befasste. Sondern der Ortsvorstand hat alles allein gewuppt. "Meine Frau Marita hat mir geholfen", sagte er. Sie sei sozusagen die Sekretärin zu Hause gewesen. Wolfgang Sörgel gab den Dank an seine Einwohner, 123 an der Zahl hat Grobau, weiß er: "Alle im Ort haben mich unterstützt, einer mehr, einer weniger. Überall bin ich auf offene Ohren gestoßen. Dass wir jetzt feiern, das habt ihr euch verdient."

Seit 2010 gab es in Grobau die Diskussion: Wollen wir eine zentrale Lösung fürs Dorf? Oder soll jeder seine eigene biologische Kläranlage bauen? Steffen Raab, Bürgermeister von Weischlitz, resümierte: "Was haben wir uns bei der ersten Versammlung für Unmut anhören müssen." Dabei seien es Gesetze, die von der EU kommen und nicht von der Gemeinde. "Ich bin sehr, sehr stolz auf die Grobauer. Ihr habt es geschafft, alle auf einen Nenner zu bringen." Wobei Wolfgang Sörgel am meisten Arbeit geleistet habe. Familie Sörgel war übrigens auch der erste von 42 Haushalten in Grobau, die die Willenserklärung unterschrieben, dass eine zentrale Kläranlage im Ort gebaut werden solle. "Schließlich hatten wir die 90 Prozent", so Sörgel. Dieser Prozentsatz von potenziell zu realisierenden Anschlüssen fordert der ZWAV. Zuletzt war Grobau bei 98 Prozent. Henning Scharch, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasser und Abwasser Vogtland, zeigte sich von den Grobauern beeindruckt: "Es war eine große Bereitschaft im Ort da. Es hat sich gelohnt, auch wenn es ein langer Weg dahin war. Respekt an die Einwohner, dass sie die Anlage privat mitfinanziert haben." Der Dank ging auch an die Milchwirtschaft Dehles, die auf Fläche zugunsten des Baues verzichtet hatte.

Es feierten zudem Vertreter vom Planungsbüro, die Bauarbeiter zusammen mit den Grobauern direkt an der neuen Kläranlage. So nah kommt man dieser übrigens nicht mehr, denn das Grundstück ist sonst umzäunt.