Grubenlampe Zwickau ausgeknipst?

Handball Zwickau gegen Oberlosa: 21:21-Ausgleich fällt nach Schlusssirene

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Jakub Kolomaznik (mit Ball, Archivbild), rettete gestern dem SV 04 Oberlosa im letzten Moment gegen bärenstarke Zwickauer einen Punkt. Foto: Oliver Orgs / Pressebüro Repert

Zwickau. Das war nichts für schwache Handball-Nerven. In der Mitteldeutschen Oberliga brachte der saustarke ZHC Grubenlampe den SV 04 Oberlosa an den Rand einer Niederlage. Die Vogtländer trafen erst nach der Schlusssirene zum 21:21-Ausgleich. Zwickau bleibt somit Vorletzter und spielt heute (16.30 Uhr) gegen Tabellenführer Bad Blankenburg. Die Plauener dagegen sind jetzt Dritter. Aber der Reihe nach.

In der Neuplanitzer Sporthalle spukt das Abstiegsgespenst. Die Grubenlampe flackert nach zuletzt (1:15 Punkten). Das krasse Gegenteil dazu ist der SV 04. Der reiste mit 13:3 Punkten aus den letzten acht Spielen als eine Art "Mannschaft der Stunde" an. Doch die 334 Zuschauer, darunter etwa 150 Fans aus Plauen, erlebten ein Derby auf Augenhöhe.

Zwickau kämpfte mit ganz viel Herz (4:2). Oberlosa antwortet mit taktischen Wechseln (5:6). Jetzt schien es, als könnten die Vogtländer den Gastgeber aus der eigenen Halle fegen (6:12). Doch der ZHC gab nicht auf, Keeper Keisuke Inamoto lief zu Hochform auf und so blieben die Westsachsen irgendwie dran (9:12). Zur Pause lag Grubenlampe 9:14 zurück. Die Plauener waren klar im Vorteil.

Ein Handball-Krimi in Neuplanitz

Mit neuem Mut und ganz viel Kampfgeist kamen die Westsachsen aus der Kabine. In Person von Torjäger Adam Krejcirik (146 Saisontreffer) verkürzten die Trabantstädter auf 13:15 und sie kamen langsam in Schlagdistanz. Oberlosa konnte sich zwar nochmals auf 13:17 absetzen, fand in der Folgezeit gegen die kompakte ZHC-Abwehr aber kaum noch Lösungen. Zwickau witterte Morgenluft, warf all seinen Kampfgeist in die Waagschale und glich zum 18:18 aus. Jetzt ging es hin und her.

Dann trafen die Muldenstädter in der Schlussminute zur 21:20-Führung! SV-Manager Rico Michel konnte nicht hinschauen: "Im Gegenangriff verlieren wir den Ball und Zwickau nimmt 37 Sekunden vor Ultimo die Auszeit. Die Partie war entschieden." Doch genau zehn Sekunden vor dem Ende erkämpften sich die Schwarz-Gelben den Ball, Rechtsaußen Denny Mertig passte die Kugel zu Jakub Kolomaznik und der Tscheche war nur auf Kosten eines Strafwurfes zu stoppen. Die Schlusssirene ertönte. Aber Jakub Kolomaznik durfte natürlich den Siebenmeter noch werfen. Und die Chance ließ sich der Plauener Kreisläufer nicht entgehen. Endstand: 21:21. Für Zwickau ganz bitter: Schon im Hinspiel kassierte man drei Sekunden vor Schluss den 20:21-Knockout.

Kirche bleibt im Dorf

SV-Keeper Carsten Klaus stellte fest: "Klar hätten wir gewinnen müssen, aber man muss die Dorfkirche auch mal im Dorf Oberlosa lassen. Das war ein Derby. Und das war schon immer eng. Da spielt die Tabellensituation keine Rolle." Oberlosa empfängt kommenden Samstag um 19 Uhr Lok Pirna in der Kurt-Helbig-Sporthalle. Zwickau empfängt heute, 16.30 Uhr, Bad Blankenburg zum Nachholespiel.

Zwickau: Inamoto, Leschak; Koska (5 Tore), Musteata, Krejcirik (6), Schramm (2), Vala (1), Steudemann (1), Masak (4/ davon 1 Siebenmeter), Knape, Götze, Kühn (2/2), Wenzel, Tancos

Oberlosa: Klaus, Michalke; Kleinert, Wetzel (1 Tor), Weikert (2), Englert, Mertig (2), Gaida, Richter (3), Lesak (7), Model, Hertel, Kolomaznik (6/ davon 5 Siebenmeter)