Gute Nachrichten aus der Ostvorstadt

Kemmlerschule Dieses Theaterstück gehört zum Präventivprogramm gegen Gewalt

Plauen. 

Plauen. Die Kemmler-Oberschule ist schon immer das Zentrum im Wohngebiet. Tausende Kinder wurden hier in 117 Jahren für das Leben fit gemacht. Weil die ganze Gesellschaft im Land in der jüngeren Vergangenheit einen Werteverfall hingenommen hat, kamen auch aus dem Schulhaus in der Plauener Ostvorstadt immer weniger gute Nachrichten. Das hat sich jetzt geändert. Die Kemmler-Oberschule hat sich von innen heraus neu definiert. Vor drei Jahren begann der Lehrkörper, fröhlich und offensiv das freundliche Gesicht der 1902 eröffneten Lehranstalt nach außen zu tragen.

Etliche Gemeinschaftsprojekte haben die 28 Lehrer inzwischen auf den Weg gebracht. Schulleiter Andreas Seidel findet: "Wir sollten alle stolz sein auf unsere Kemmlerschule. Lehrer, Schüler, Eltern, das ganze Wohngebiet. Dieses Haus prägt uns alle. Die Schule ist sehr gut für Plauen." Mit der "Tour gegen Gewalt 2019" marschiert die Einrichtung inzwischen sogar vorne weg. "Es handelt sich um eine Veranstaltungsreihe zum Thema Gewalt", erfährt man an der Schule. Täter und Opfer berichten. Das Theaterstück "Berichte über Gewalt", finanziert von der Unfallkasse Sachsen, provoziert und emotionalisiert. Schülern der Klassenstufen 8 bis 10 wurde sehr authentisch der Spiegel vorgehalten. Die aus den wahren Begebenheiten aufgezeigten Geschichten verdeutlichten die verschiedensten Facetten von Gewalt. Schulleiter Andreas Seidel verrät: "Die Besonderheit dabei war, dass die Schüler nichts vom Theatercharakter der Veranstaltung wussten, um möglichst eine hohe emotionale Wirksamkeit bei den Teilnehmern zu erreichen."

Genau so öffneten sich die Jugendlichen der Thematik. Sie begannen sich selbst zu reflektieren und forderten daraufhin selbst nachhaltige Gespräche ein. Zeitnah und fächerübergreifend erfolgte der Prozess des Aufarbeitens, nachdem die Schüler das Theaterstück im Klassenverbund erlebten.