Gute Nachrichten: Warum es in diesem sächsischen Landkreis keinen Warnstreik im ÖPNV gibt

Kein Streik beim ÖPNV im Vogtland: Bus und Bahn fahren in Plauen, Reichenbach, Auerbach und Oelsnitz nach Plan

Auerbach/Vogtl.

Heute streikt der ÖPNV in Deutschland. In vielen Städten kommen die Beschäftigten zu spät zur Arbeit. Die Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen. Der DGB warnt bundesweit: "Es ist davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der ÖPNV am Montag zum Erliegen kommt." Die Gewerkschaft kündigt eine "harte Runde" an, wenn in die Verhandlungen keine Bewegung komme. Mit dem Streikaufruf will die Gewerkschaft ein klares Signal der Entschlossenheit setzen. Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Forderungen zu kämpfen.

Im Vogtland streikt niemand

Der BLICK.de erreichte heute morgen Kerstin Häusler kurz nach 6 Uhr. Die Leiterin für Marketing, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit / Kundenservice im Verkehrsverbund Vogtland stellte klar: "Wir fahren. Nach meiner Kenntnis sind alle Busse und Bahnen unterwegs." Um 7.08 Uhr dann die offizielle Mitteilung an die Medien: "Wir informieren, dass der öffentliche Personennahverkehr (Bus & Bahn) in der Region nicht von bundesweit angekündigten Warnstreiks betroffen ist und regulär fährt."

Landrat bestätigt den Sachverhalt

Der BLICK.de erreichte Landrat Thomas Hennig noch vor Dienstbeginn: "Bei uns stehen auch heute am Streiktag alle Ampeln auf Grün. Im Vogtland muss kein Fahrgast bei diesen Temperaturen an der Haltestelle frieren. Auf unsere Leute ist Verlass. Es geht nur Miteinander. Wir tun alle, was wir können. Jeder an seinem Arbeitsplatz", stellte der Vorsitzende des Zweckverbandes ÖPNV klar.

Landrat lobt engagierte Beschäftigte

Und Thomas Hennig bat den BLICK.de: "Bitte schreibt in die Zeitung, dass wir alle stolz sind auf unseren ÖPNV. Unsere Fahrerinnen und Fahrer, aber auch unsere Beschäftigten in den Büros, am Schalter und die Kooperationspartner in den Werkstätten: Ihr alle macht einen guten Job für unser Vogtland."

Vor gut drei Jahren stand im Vogtland alles still

Hintergrund: Am 12. Dezember 2022 standen im Vogtland urplötzlich alle Räder still. Die Bietergemeinschaft Bus war in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Der Kreistag schaltete sich ein. Unter Federführung von Thomas Hennig wurde entschieden, dass die Busunternehmen fortan unter kommunaler Flagge fahren sollen. Die rechtliche Grundlage hierzu bilden das sächsische Gesetz über kommunale Zusammenarbeit (SächsKomZG) sowie die sächsische Gemeindeordnung (SächGemO). Inzwischen ist dieser Prozess abgeschlossen.

Landrat appelliert

Der ÖPNV gehört den Vogtländern. "Eigentlich gehört der ÖPNV mit ausreichend Finanzierung prinzipiell als Daseinsvorsorge in die öffentliche Hand", appelliert der Landrat. Die vielen unterschiedlichen Betreibermodelle und die wiederkehrenden Streitigkeiten machen deutlich, dass es in Deutschland diesbezüglich ein neues Denken braucht.

Motivierte Beschäftigte sichern reibungslosen Betrieb

Thomas Hennig glaubt: "Ich muss als Verbandsvorsitzender mit meinen Fahrerinnen und Fahrern direkt sprechen können. Wir brauchen im ÖPNV motivierte Beschäftigte, die Qualität abliefern. Unser Kreistag hat die richtige Entscheidung getroffen. Denn unsere Regionalbusse rollen seit 2022 ohne Streik. Ich bin sehr dankbar, dass wir im Vogtland diesen Weg einschlagen konnten."

Das sagt der Geschäftsführer Michael Barth

"Die Fahrerinnen und Fahrer sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen auch heute dafür, dass der öffentliche Nahverkehr im Vogtland für die Bevölkerung da ist. Schüler gelangen zur Schule, Pendler zu ihren Arbeitsplätzen, sowie Bürger zu wichtigen Alltagswegen. Der ÖPNV erfüllt damit auch am Warnstreiktag eine zentrale Aufgabe für das Leben in unserer Region. Dafür ein herzliches und großes Danke an alle, die Tag für Tag dafür sorgen, dass unser ÖPNV zuverlässig funktioniert", so ZVV-Geschäftsführer Michael Barth.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich