Halbzeit: Hier entsteht gerade die neue Mitte im Plauener Süden

1,2 Millionen Euro werden derzeit im Mammengebiet verbaut

Plauen

Plauen. Die neue Mitte im Plauener Süden entsteht gerade in der Ostvorstadt. Zwischen dem Indoor-Spielplatz Happy Kids, der Physiotherapie Jörg Voigtmann und dem Ärztehaus mit Süd-Apotheke wird ein neues Stadtteilzentrum gebaut. Dorthin fährt dann auch der ÖPNV.

Dafür wird extra auch eine neue Bushaltestelle gebaut. Der Verkehrsverbund Vogtland übernimmt bekanntlich künftig die Stadtbuslinien von der Plauener Straßenbahn. Die Gesamtkosten für die Umgestaltung im Viertel belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro. Plauen bezahlt jedoch nur 120.000 Euro dafür. Aber der Reihe nach.

Das Mammengebiet gehört zur „Ost“: Wieso Plauener Süden?

Das geografische Wirrwarr erklärt sich übrigens ganz einfach. Vor 125 Jahren brauchte die boomende Industriestadt neuen Wohnraum. Die Stadtteile „Süd“ und „Ost“ wurden fast nebeneinander errichtet. Dann kam vor 50 Jahren das Mammengebiet hinzu.

Die Neubausiedlung wurde mittenrein gebaut, in eine riesige Sandgrube. Und mit der Zeit wurde diese Plattenbausiedlung von den Bürgern einfach der Ostvorstadt zugeordnet, was eigentlich nicht stimmt. Denn die Ostvorstadt und das Mammengebiet sind eigentlich zwei verschiedene Stadtquartiere. Plauen hat insgesamt 39 Stadtteile.

Hier leben 5.000 Menschen

65.000 Menschen leben in der Spitzenstadt. So um die 5.000 Einwohner bevölkern die Ostvorstadt und das Mammengebiet. Und es werden tatsächlich immer mehr. Beim Bürgerspaziergang im Jahr 2022 wurde im Mammengebiet der Wunsch laut, das städtische Modellvorhaben

„Zukunft Leben im Plauener Süden“ hier zu starten. Es folgten weitere Veranstaltungen mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Akteuren wie der WbG Wohnungsbaugesellschaft Plauen GmbH und der AWG Wohnungsgenossenschaft Plauen eG. Stadtpressesprecherin Nadine Läster schreibt: „Mit einem Rahmenplan und kleineren Maßnahmen zur Gebietsaufwertung wurden bereits erste Projekte umgesetzt.“

Diese Woche war Halbzeit

Beim Vororttermin zog Baubürgermeisterin Kerstin Wolf in dieser Woche eine Zwischenbilanz. „Die WbG hat insgesamt drei Spielplätze aufgewertet und zwei Freiflächen mit Pflanzungen und Bänken neu gestaltet. Die Aufwertung des Stadtteilparks rund um den Bounty-Spielplatz bietet nun verbesserte Angebote für Kinder und Jugendliche im Gebiet. Das größte Bauvorhaben innerhalb des Gesamtprojekts ist die Neugestaltung des Ortsteilzentrums.“

Die Arbeiten gehen demnach gut voran. Der Platz an der Gebrüder-Lay-Straße wird Ende des Jahres fertig und im Frühjahr dann offiziell eingeweiht. Gleichzeitig wird die Kemmleroberschule im kommenden Schuljahr eine neue Einfeldsporthalle einweihen dürfen.

Klare Strukturen im Wohnviertel

Birgit Winkler ist die Projektleiterin des Modellvorhabens: „Das einst lebendige Zentrum des Wohngebiets wies inzwischen erkennbare Defizite in Gestaltung und Nutzung auf. Durch den Abbruch eines Wohnblocks im Westen und den Rückbau des zentralen Springbrunnens fehlt eine klare städtebauliche Struktur, wodurch der Platz nicht mehr als Treffpunkt wahrgenommen wurde“, weiß die Verantwortliche.

Architekten wie das Team vom Ingenieurbüro Ralf Bräunel aus Plauen haben ihre Erfahrungen und das Knowhow mit eingebracht. Apothekerin Ramona Schmidt: „Alle freuen sich darüber, dass hier jetzt richtig was passiert.“

Ein moderner Platz entsteht

Mit dem Modellvorhaben „Zukunft Leben im Plauener Süden“ soll der Gesamtzustand des Zentrums vom Mammengebiet grundlegend verbessert werden. Die neue Platzgestaltung soll die Aufenthaltsqualität zurückbringen. „Geplant sind ein Pavillon mit vielen Sitzgelegenheiten sowie Flächen für Markttreibende.

Die bisher vorhandenen 20 Parkplätze werden in der gleichen Anzahl rund um den Platz wieder angeordnet. Auch zwei Elektro-Ladesäulen sind vorgesehen“, informiert Bürgermeisterin Kerstin Wolf. Highlight der Anlage wird ein zentral gelegenes Wasserspiel, das zum Spielen und Abkühlen einlädt.

Das wird richtig chic

Ein weiteres wichtiges Element der Neugestaltung ist die umfassende Begrünung des Platzes. Klimaangepasste, pflegeleichte Pflanzen sowie ein integriertes Regenwassermanagement sollen den Bereich ökologisch stärken und zugleich den Klimaveränderungen Rechnung tragen. Hinzu kommen hochwertige Stadtmöbel und Beleuchtungsanlagen, die den Platz sowohl funktional als auch ästhetisch aufwerten. Die Rodung der noch aus DDR-Zeiten bestehenden Beetanlage wurde von den Anwohnern sehr begrüßt.

Ein neuer Treffpunkt

Bürgermeisterin Kerstin Wolf: „Mit der Fertigstellung der Anlage soll vor Ort ein lebenswertes, multifunktionales Umfeld entstehen, das Interaktion und gemeinschaftliches Miteinander fördert. Wir blicken positiv auf die Aufwertung des Ortsteilzentrums und erhoffen uns, dass der Platz wieder zum Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner der anliegenden Wohnungen wird.“

Fördersatz beträgt 90 Prozent

Die Kosten für die Umgestaltung belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro. Die Maßnahme wird vom Bund zu 50 Prozent und vom Freistaat Sachsen zu 40 Prozent gefördert, wodurch ein Eigenanteil für die Stadt von etwa 120.000 Euro verbleibt. Alle Informationen zu dem Gesamtprojekt Zukunft Leben im Plauener Süden gibt es unter www.plauen.de/zukunft-leben (kare)

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