Handball: Was war los mit Oberlosa?

Sport Pirna entführt verdientermaßen zwei Punkte aus Plauen

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Immer wieder scheiterten die Oberlosaer Werfer im Angriff, wie in dieser Szene auch Rico Englert (Mitte, mit Ball). Foto: Oliver Orgs / Pressebüro Repert

Oberlosa. Es war eine Mischung aus allem. Die 24:25-Heimniederlage (12:12) des SV 04 Oberlosa gegen den ESV Lok Pirna hatte drei Gründe.

Zum einen hatten sich "Bruder Leichtfuß" und die "Wackelhand" beim bisherigen Tabellendritten in die Mannschaft gemogelt. So gelang nur ein einziges Mal das Führungstor. Das erzielte Jakub Kolomaznik in Spielminute 1. Im Anschluss scheiterten die Oberlosaer Handballer wahnsinnige 18 Mal an Gäste-Keeper Martin Dietze.

"Dazu muss man sagen, dass wir unsere Torwurf-Aktionen ganz schlecht vorbereitet hatten. Viele dieser Würfe hatten nicht das Niveau für die Mitteldeutsche Oberliga", schätzte der Oberlosaer Co-Trainer Silvio Fuchs ein. Hinzu kamen sechs Würfe, die daneben gingen. Und zweimal Holz. Macht zusammen 26 Fehlwürfe.

Pirna unterschätzt?

Punkt zwei: "Wir haben Gegentore viel zu gleichgültig hingenommen und sind so zu weit in Rückstand geraten", übte Rückraumschütze Paul Richter Selbstkritik. In der ersten Halbzeit ging das noch gut. Da holten die Plauener den 6:11-Rückstand auf. 12:12-Unentschieden stand es zur Pause. Die mögliche Oberlosaer Führung aber verpasste jeweils Lukas Lesak (30./36.). Und dann ließ sich der SV 04 wieder hängen, während die im Abstiegskampf befindlichen Gäste mit technisch ganz feiner Klinge von 13:13 auf 13:18 davonzogen.

Die 462 Zuschauer durften den Eindruck gewinnen, dass man beim Gastgeber glaubte, es auch diesmal noch mit einer Aufholjagd richten zu können. SV-Manager Rico Michel aber weiß, "dass Pirna eine richtig gute Mannschaft hat, die eigentlich nichts im Abstiegskampf zu suchen hat. Und das haben uns die Eisenbahner dann gezeigt."

Da muss mehr kommen gegen Aschersleben

Den dritten Grund für diese sehr lehrreiche Niederlage nannte SV-Trainer Jörg Grüner. Der Coach ist bekanntermaßen nach Niederlagen immer ziemlich deutlich. Bereits in der Pressekonferenz polterte der Übungsleiter: "Ich erwarte von unseren Spielern nächste Woche in Aschersleben, dass sie dann eine andere Einstellung zur Sache mitbringen und eine vernünftige Position zum Gegner einnehmen!"

Der SV 04 ackerte erst zehn Minuten vor Ende wieder. Doch da war es zu spät. Und hinter verschlossenen Türen bekamen die Plauener Spieler ein paar ordentliche Takte zu hören. Eine knallharte Trainingswoche wird folgen. Der Vorwurf: Wer es binnen zwei Minuten schafft, von 21:25 (59.) noch auf 24:25 (Endstand) heranzukommen, der kann zuvor nicht mit voller Kraft angetreten sein. Zugleich muss festgehalten werden, dass Pirna eine tolle Leistung ablieferte und der SV 04 Oberlosa zu einem rabenschwarzen Tag gezwungen wurde.

Die Tor-Statistik vom SV O4

SV 04 Oberlosa: Klaus, Petzoldt; Wetzel, Weikert (2 Tore), Englert, Trommer-Ernst, Mertig (4), Gaida (1), Richter (4), Lesak (3), Model (2), Hertel (1), Kolomaznik (7/davon 4 Siebenmeter).