Heinrich von Plauen ist zurück

Vorstellung Zur Nacht der Museen ist die Wachsfigur erstmals zu sehen

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Im Bild von links: Anselm Brütting und Wolfgang Sachs vom Lions-Hilfswerk Plauen überreichen Christian Pöllmann vom Komturhofverein, Andreas Dick als "neuer" Heinrich von Plauen, Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Renate Wünsche vom Förderverein Komturhof den symbolischen Spendenscheck für den Erwerb der Heinrich-von-Plauen-Wachsfigur. Foto: Stadtverwaltung/Brand-Aktuell

Plauen. Er war der berühmteste Plauener, auch wenn er vermutlich diese Stadt nie gesehen hat. Und ausgerechnet ihn kannte bis vor zehn Jahren auch kaum jemand in Plauen. Dann aber entdeckten die Spitzenstädter ihren Heinrich von Plauen neu. Und seit dieser Woche ist der Heinrich von Plauen sogar in seine "Heimatstadt" zurückgekehrt.

Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer reichte dem ehemaligen Hochmeister des Deutschen Ordens zur Begrüßung die Hand. Allerdings war das Gegenstück nur aus Wachs. Und genau dieses wächserne Ebenbild des Heinrich von Plauen soll seinen ersten großen Auftritt am 23. Juni 2017 haben. Dann wird der Hochmeister des Deutschen Ordens zur Nacht der Muse(e)n in Plauen vorgestellt. Hinter Glas, im Konventsgebäude, dem wohl einzigen erhaltenen Gebäude des Deutschen Ordens in Mitteldeutschland.

Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer appelliert an die Bürger und ganz besonders an die Jugend: "Die deutsch-polnische Geschichte weist viele Gemeinsamkeiten auf. Wir sind sicherlich alle gleichermaßen froh, dass die Zeit der Kriege überwunden ist, dass wir in Europa und durch die Europäische Union die Völker in friedlicher Koexistenz leben. Und dennoch bin ich der festen Auffassung, man muss die Geschichte kennen, um das Heute zu schätzen. Unter diesem Kontext ist auch die 'Heimkehr' des Heinrich von Plauen zu betrachten", so der OB.

Die Idee, den Hochmeister als Wachsfigur nach Plauen zu bringen, kam ihm bei einem Besuch der Marienburg in Marienwerder (das heutige polnische Kwidzyn). Im Dom von Marienwerder wurden bei Grabungen die Grabkammern von drei Hochmeistern gefunden. Eine polnische Firma habe für die Sarkophage die drei Hochmeister in Wachs nachgebildet. "Und da kam mir die Idee, Heinrich von Plauen für seine Geburtsregion bildlich darstellen und so seine Geschichte beleuchten zu lassen", so der OB weiter.

Möglich wurde die Nachbildung durch eine großzügige Spende des Lions-Hilfswerk Plauen e.V. um den Plauener Wolfgang Sachs. Heinrich von Plauen erhält außerdem seine eigene Glasvitrine, die von der Firma Kunststoff Spranger aus Plauen angefertigt wird.

Hintergrund: Heinrich von Plauen war der einstige Hochmeister des Deutschen Ritterordens. Der Adelige lebte von etwa 1370 bis 1429. In Plauen steht mit dem Konventsgebäude das einzige erhaltene Gebäude des Deutschen Ordens in Mitteldeutschland. Und so ist eine Verbindung zwischen Plauen und Heinrich hergestellt, auch wenn der Edelmann wohl nie selbst in der Stadt war.