Hier in Plauen entstehen 2.000 Quadratmeter Wohnfläche

Großvermieter Die AWG Plauen meldet ersten Neubau seit 35 Jahren

Plauen. 

Plauen. Lange hat Plauen Einwohner verloren. Die AWG Wohnungsgenossenschaft musste ganz viele Häuser abreißen. Es hagelte einiges an Kritik. Der Rückbau, besonders in den Plattenbaugebieten, war sehr unpopulär. Doch jetzt baut der zweitgrößte Vermieter des Vogtlandes urplötzlich neu. In der Krausenstraße 7-9 entstehen 18 Wohnungen mit 1.970 Quadratmetern Wohnfläche sowie 32 Stellplätze für Pkw. Carolin Wolf ist die Vorstandsvorsitzende: "Dieser Neubau wird etwa 5.350.000 Millionen Euro kosten", schätzt die Chefin. Es ist für die 40 AWG-Mitarbeitenden ein Meilenstein.

 

Der Rückbau musste sein

Carolin Wolf blickt zurück: "Ich bin nun schon seit über 30 Jahren in der Genossenschaft tätig und die überwiegende Zeit mussten wir uns mit Themen wie steigendem Leerstand, hohen Erlösschmälerungen und den damit verbundenen Auswirkungen beschäftigen." Plauen gilt im Bundesvergleich wegen der geringen Mietkosten als ganz heißes Pflaster unter den Vermietern. Leerstand kann tödlich sein. Auch die AWG hatte schwer zu kämpfen. Carolin Wolf bestätigt: "Jetzt im Nachhinein wissen wir, dass es richtig war, den Rückbau so aktiv und schnell zu betreiben. Die Genossenschaft hätte das sonst wirtschaftlich nicht überlebt", verdeutlicht die Vorstandsvorsitzende, wie dramatisch die Lage gewesen ist.

 

2.000 Wohnungen abgerissen

In den Jahren von 2003 bis 2011 hatte das Unternehmen über 2.000 Wohnungen zurückgebaut. "Alle Mitarbeiter, die in diesen Prozess eingebunden waren, können sich noch sehr gut an diese unglaublich intensive und anstrengende Zeit erinnern", betont Carolin Wolf und sie ergänzt: "Es waren einschneidende Erlebnisse - nicht nur für die schrumpfende Genossenschaft, sondern auch für die Mieter, die ihr gewohntes Zuhause aufgeben mussten. Keiner hat in der damaligen Zeit gewusst, ob es die richtigen Entscheidungen waren, die wir getroffen haben." Der Leerstand in den Wohnblock hätte unglaublich viel Geld gekostet und das Unternehmen gefährdet.

 

Ein positives Zeichen

Im Mai 1912 kaufte der Bauverein Plauen sein erstes Grundstück in der Meßbacher Straße, um dann im weiteren Verlauf neun Häuser mit 85 Wohnungen zu bauen. 112 Jahre später sorgt die später aus diesem Bauverein hervorgegangene AWG Wohnungsgenossenschaft erneut in Plauen für Aufsehen. Zusammen mit Günter Schneider (Vorstand Wohnungswirtschaft und Technik) hatte Carolin Wolf bereits zur Grundsteinlegung feierlich den Hammer geschwungen und betont: "Es ist mir eine ausgesprochene Ehre und wirklich eine große Freude, symbolisch den Grundstein für ein neues AWG-Gebäude legen dürfen." Seit dem Ende der ehemaligen DDR hatte die Genossenschaft keine neuen Häuser mehr errichtet. Die AWG-Vorstandsvorsitzende verrät: "In den vergangenen Jahren hat sich unsere wirtschaftliche Situation langsam, aber stetig verbessert. Mit diesem Neubau hoffen wir, ein weiteres positives Zeichen für die Entwicklung unserer Genossenschaft zu setzen."

 

AWG bewirtschaftet 4.400 Wohnungen

Übrigens hat sich an der Philosophie der AWG seit 1912 nichts geändert. "Der Anspruch unserer Genossenschaft ist es, sicheren und bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Und das in einer Gemeinschaft, in der es für alle Mitglieder Unterstützung gibt", betont Carolin Wolf. Und die Chefin gesteht: "Es ist mir durchaus bewusst, dass es nicht die einfachste Zeit ist, um einen Neubau zu beginnen." Die AWG bewirtschaftet in Plauen 4.400 Wohnungen. Das Unternehmen hatte im August 2016 den Firmensitz in der Haselbrunner Straße modernisiert und einen zusätzlichen Gebäudeteil angebaut. Jetzt, 35 Jahre nach dem Ende der DDR, darf die Wohnungsgenossenschaft endlich wieder ein neues Wohnhaus bauen.

 

Am 13. Juni gibt es wieder ein Hofkonzert

Für dieses Jahr sind noch ein Balkonanbau sowie eine Fassadenreinigung mit Neuanstrich in der Martin-Luther-Straße 52-56 geplant. Ebenso ist für dieses Jahr die Fassadendämmung der Forststraße 59 vorgesehen. Weiter geht es mit der jeweiligen Fassadenreinigung und dem anschließenden Anstrich der Wohngebäude Erich-Kästner-Straße 10-16, Bertold-Brecht-Straße 23-27, Bernhard-Lichtenberg-Weg 1-3 sowie Morgenbergstraße 10-20. Zum diesjährigen Mieterfest am Donnerstag, dem 13. Juni, gibt's wieder Livemusik. Zu Gast beim AWG Hofkonzert ist dann ab 18 Uhr "Plausibel". Der Eintritt ist frei.

 

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