Hilfe für Traumatisierte

Sexueller Missbrauch "Teddybär" ist Ansprechpartner und berät Betroffene

Sexueller Missbrauch ist in der Gesellschaft oft noch ein Tabu-Thema. Seit 19 Jahren ist der Verein "Teddybär" Ansprechpartner für Frauen und Kindern, die so etwas erlebt haben. Angelika Rabalt betreut innerhalb des Vereins eine Selbsthilfegruppe. "Wir arbeiten gemeinsam das erlittene Trauma auf." Aktuell 18 Betroffene machen sich untereinander Mut. Immer am letzten Montag des Monats (15.30 Uhr) kommen die Hilfesuchenden in den Räumlichkeiten des Vereins im Rathaus zusammen. "Es ist die einzige Selbsthilfegruppe dieser Art im Vogtland." Zu den fünf ehrenamtlichen Mitarbeitern gehört auch Heidi Köhn. Die aus Rostock stammende Wahl-Vogtländerin weiß, wie wichtig Vertrauenspersonen für Opfer sexueller Gewalt sind.

"Wir hatten in diesem Jahr bisher 300 Beratungsgespräche." Von 150 Opfern ist die Rede. Außerhalb aller Statistiken falle die Dunkelziffer in diesem sensiblen Bereich erfahrungsgemäß sehr hoch aus. "Unser Schwerpunkt liegt auf der Prävention." Dazu gehen die Mitarbeiter auch in Kitas und Schulen. "Unser Ziel sind selbstbewusste Kinder." Jede Menge positive Reaktionen erhielten die Frauen auf ihr Projekt "Safety Kids".In spielerischen Übungen werden die Teilnehmer auf bestimmte Situationen vorbereitet. Auf diesem Wege erreichten die Initiatoren Kinder aus insgesamt acht Einrichtungen.

Das Präventionsspiel mit den Puppen "Jule" und "Tim" musste dagegen auf Eis gelegt werden. Es eignet sich speziell für Kindergärten und Grundschulen "Dafür suchen wir dringend Ehrenamtliche." Finanziell ist der Verein auf Spenden angewiesen. "In den Räumen im Rathaus brauchen wir zum Glück nur eine moderate Büromiete zahlen."

Ohne Sponsoren würde die Säge allerdings mächtig klemmen. Am 26. November lädt das "Teddy-Team" zum ersten Sponsoren-Treffen ins Rathaus ein. "Das ist ein Dank an alle, die uns tatkräftig unterstützen."