Historischer Tag: Als ein vogtländischer Sportler überraschend Bronze bei Olympia gewann

Bedeutsamer Tag für Klingenthal - Skispringer Harry Glaß vor 70 Jahren erfolgreich

Klingenthal

Am 5. Februar 1956, heute vor genau 70 Jahren, schrieb der Klingenthaler Skispringer Harry Glaß deutsche Sportgeschichte.

Glaß holte die erste deutsche olympische Medaille im Skispringen

Bei den Olympischen Winterspielen im italienischen Cortina d‘Ampezzo 1956 sicherte sich der damals 25-Jährige mit der Bronzemedaille die erste deutsche olympische Medaille im Skispringen und die erste olympische Medaille für die DDR. Bei ruhigen Windbedingungen und einer hervorragend präparierten Schanze im Stadio del Trampolino entwickelte sich ein hochklassiger Wettkampf. Mit einem Sprung auf 83,5 Meter übernahm Harry Glaß nach dem ersten Durchgang überraschend die Führung. Lediglich den starken zweiten Sprüngen der Finnen Antti Hyvärinen und Aulis Kallakorpi musste sich der Vogtländer geschlagen geben. Am Ende stand ein historischer dritter Platz.

Erfolg mit weitreichenden Folgen

Der Erfolg von Cortina d‘Ampezzo hatte weitreichende Folgen für den Skisport im Vogtland. Nach einem emotionalen Empfang in seiner Heimatstadt entschied die Sportführung der damaligen Deutschen Demokratischen Republik, Klingenthal, zu einem Zentrum des nordischen Skisports auszubauen. In der Folge entstanden unter anderem die Kinder- und Jugendsportschule sowie mit der Großen Aschbergschanze die einzige Weltcupschanze der DDR. Den symbolträchtigen Weihesprung absolvierte Harry Glaß selbst.

 

Der Einfluss des Skispringers ist weiterhin in Klingenthal spürbar

Auch 70 Jahre nach seinem olympischen Erfolg ist der Einfluss von Harry Glaß in Klingenthal spürbar. Die Begeisterung für das Skispringen, die mit Pionieren wie Glaß ihren Anfang nahm, prägt den Standort bis heute. Mit dem Sportcampus Klingenthal mit Olympia- und Bundesstützpunkt, sowie mit der Sparkasse Vogtland Arena und den Nachwuchsschanzen in Mühlleithen lebt sein sportliches Erbe weiter. Glaß starb am 13. Dezember 1997 im Alter von 67 Jahren.

 

Schanze in der Vogtland Arena trägt den Namen "Harry Glaß"

Um dieses sportliche Erbe zu ehren und ihn in Erinnerung zu halten, wurde die Schanze in der Vogtland Arena im Rahmen des Skisprung-Weltcups Mitte Dezember 2025 nach dem Olympioniken benannt. Eine Ehrung, die Harry Glaß sehr viel bedeutet hätte, wie damals sein Sohn Andreas Glaß zur Namensgebung bestätigen konnte. Glaß: "Im zweiten Augenblick hätte er aber auch gesagt: Macht nicht so viel Wirbel, sondern arbeitet, trainiert, dass vom VSC Klingenthal auch mal wieder jemand im Weltcup dabei ist."

 

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