Horror-Arbeitszeiten verprellen Fachkräfte

Gastgewerbe Gewerkschaft NGG spricht von einem Image-Problem

Vogtland. 

Vogtland. Die Tourismus-Branche ist ein starker Wirtschaftsfaktor in der Region. Im vergangenen Jahr übernachteten im Vogtland rund 1,4 Millionen Gäste. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Gastgewerbe rund 3.500 Mitarbeiter. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Dresden-Chemnitz spricht von einer insgesamt starken Bilanz. Allerdings nehme der Druck aufs Personal zu. Laut NGG-Geschäftsführer Volkmar Heinrich hat die Branche ein "waschechtes Image-Problem". In diesem Zusammenhang verweist er auf fehlende Fachkräfte. Als Ursache nannte Heinrich die extremen Arbeitszeiten. Demnach seien in den vergangenen Jahren die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. "Das macht nicht jeder ewig mit." Aus seiner Sicht stehe die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel.

Immer weniger Auszubildende

Auch im Vogtland würden gelernte Fachkräfte längst am Limit arbeiten. Gerade sie dürfe man nicht mit "Horror-Arbeitszeiten" verprellen. Schon jetzt falle es schwer, Schulabgänger für eine Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe zu gewinnen. Heinrich kritisiert Forderungen von Unternehmen, die das Arbeitszeitgesetz lockern wollen. Der Gewerkschafter warnt davor, die Hotellerie und Gastronomie zum Vorreiter für ausufernde Arbeitszeiten zu machen.

Kritisch sieht Heinrich auch die Arbeit auf Abruf. Im Gastgewerbe sei jeder vierte Beschäftigte davon betroffen. "Wenn der Chef per WhatsApp in letzter Sekunde die Dienste verteilt, dann können Beschäftigte ihren Alltag kaum planen.