IHK-Spitze: "Wir sind ehrbare Kaufleute"

Wirtschaft. Industrie- und Handelskammer wendet sich an die Unternehmer

Plauen. 

Region. "Wir sind ehrbare Kaufleute - auch in schwierigen Zeiten." Mit diesen Worten leitet die IHK-Spitze einen offenen Brief ein. Aufgrund der aktuellen Situation um das Corona-Virus und dessen Auswirkungen auf die Wirtschaft haben sich der Präsident und Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz sowie die Regionalkammerpräsidenten an die Unternehmer vor Ort gewandt. Unterzeichnet wurde das Schreiben von Präsident Dr. Dieter Pfortner, Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich sowie den Regionalkammer-Präsidenten Gert Bauer (Erzgebirge), Gunnar Bertram (Chemnitz), Jens Hertwig (Zwickau), Thomas Kolbe (Mittelsachsen) und Hagen Sczepanski (Plauen).

Derzeit täglich 800 Beratungen

Die IHK-Führung schreibt: "Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer, die Krisenmeldungen überschlagen sich. Ein Virus bedroht unser Gemeinwesen. Ein Virus bedroht unsere Wirtschaft. Ein Virus stellt uns vor nie dagewesene Herausforderungen. Die Einschläge sind tief und keiner weiß, was noch folgen wird. Wir werden mit kühlem Kopf, unserer schlagkräftigen Kammer und einem ebenso schlagkräftigen Deutschen Industrie- und Handelskammertag konsequent für Ihre Interessen kämpfen." Parallel zur DIHK-Blitzumfrage, bereits Anfang März, hat sich die IHK auf eine allumfassende Beratungsoffensive eingeschworen und dabei die Interessenvertretung auf kommunaler sowie Landes- und Bundesebene erheblich intensiviert. "In der Spitze beraten wir täglich per Telefon, per Mail und mittels unseres neu installierten Chattools über 800 Unternehmerinnen und Unternehmer. Unsere spezielle Internetseite zum Corona-Thema wird täglich von bis zu 3.600 Unternehmerinnen und Unternehmern aufgerufen", teilt die IHK mit. Und um die Arbeitsfähigkeit der Kammer auch für die Zukunft zu sichern, befinden sich derzeit 100 Kammermitarbeiter im Homeoffice.

Das Programm "Express-Liquidität" soll helfen

"Uns ist sehr wohl bewusst, dass unsere besonders kleinstrukturierte Wirtschaft in erster Linie schnelle, pragmatische und umfassende Hilfe benötigt", heißt es weiter. Deshalb haben sich gerade die Kammern in den neuen Bundesländern ganz besonders für einen Notfallfonds für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen durch die Bundesrepublik und für das schnell wirksame Programm "Express-Liquidität" eingesetzt. "Deshalb setzen wir uns auch dafür ein, dass alle Darlehen von Bund und Land als Nachrangdarlehen verstanden werden. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Kurzarbeitergeld, ohne jedes Quorum gewährt wird. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass zinsfreie Stundungen für alle Steuerzahlungen ermöglicht werden", betonen die IHK-Spitzen. Die Kammer setzt sich zudem dafür ein, dass alle Unterstützungsinstrumentarien in einer Zeit von 24 bis 48 Stunden bewilligt werden können.

Solidarität gegenüber allen Geschäftspartnern

Was den Absendern besonders am Herzen liegt: "Wir sind und bleiben eine Unternehmerorganisation und übernehmen Verantwortung im umfassendsten Sinne. Uns ist klar, wir führen einen Wettlauf mit der Zeit. Für unsere Unternehmer zählt jeder Tag. Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer, hiermit versichern wir Ihnen, dass wir auch in den vor uns liegenden Wochen massiv für Ihre Interessen kämpfen werden. Wir scheuen nicht davor zurück, auch für bereits getroffene Entscheidungen Nachbesserungen einzufordern, wenn die Sachlage dies notwendig machen sollte. Bitte besuchen Sie uns regelmäßig auf unserer Internetseite, die wir teilweise stündlich pflegen, geben Sie uns Ihre Hinweise für Verbesserungsmöglichkeiten unserer Angebote und verhalten Sie sich solidarisch gegenüber Ihren Geschäftspartnern. Nur in solidarischer, gemeinsamer Verantwortung werden wir wieder aus der Krise kommen. Wir sind ehrbare Kaufleute - auch in schwierigen Zeiten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen kluge Ideen, schlagkräftige Teams und vor allem eines: Bleiben Sie gesund!"

Alle Informationen zum aktuellen Geschehen gibt es auf der Internetseite der IHK Chemnitz.